Gewitzt: Bartagamen färben sich dunkler, um schneller Sonnenenergie zu tanken

18. Juni 2016, 13:00
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Die australischen Reptilien haben eine Methode gefunden, die Energiegewinnung zu optimieren

Melbourne – Bartagamen (Pogona) sind zwar nur mittelbar mit Chamäleons verwandt und kommen nicht in der Alten Welt, sondern nur in Australien vor. Auch diese mit Stacheln versehenen Echsen, die bis zu einem halben Meter lang werden können, sind aber in einem gewissen Ausmaß dazu in der Lage, ihre Farbe zu verändern. Und sie tun dies aus unterschiedlichen Gründen, berichten Forscher der Universität Melbourne in den "Proceedings of the Royal Society B".

Wir sprechen hier nicht von spektakulären Farben, die Tiere sind im Schnitt graubraun gefärbt. Doch innerhalb dieses Spektrums sind sie erstaunlich variabel. Der "Bart"- und Brustbereich färbt sich bei sozialen Interaktionen um, stellte das Team um Kathleen Smith beim Studium der Bartagamenspezies Pogona vitticeps fest. Von Beige wechseln diese Körperbereich dann zu einem auffälligen Schwarz, was zudem von charakteristischen Kopfbewegungen und einer Körperhaltung begleitet wird, die dem Gegenüber die Signalfarbe gut sichtbar präsentiert.

Optimierte Energiegewinnung

Keine soziale Bedeutung scheint hingegen die Färbung des Rückens zu haben, wie Smiths Team beim Studium von zwölf eingefangenen Bartagamen feststellten. In diesem Fall hat der Farbwechsel einen ganz profanen Sinn: Die Tiere gehen mit der Außentemperatur. Sie hellen ihre Rückenfarbe auf, wenn es warm ist, und dunkeln sie ab, wenn es sie fröstelt. Dabei machen sie sich den Effekt zunutze, dass dunkle Flächen mehr Sonnenenergie absorbieren als helle.

Um dies zu quantifizieren, maßen die Forscher, wieviel Sonnenlicht von einem gelblichen und einem dunkelbraunen Rücken reflektiert wird – im ersteren Fall waren es 23 Prozent, im zweiten nur acht. Mit energieeffizienterer Färbung starten die Tiere 22 Minuten schneller in den Tag, zudem können sie schneller vor Räubern flüchten.

Hochgerechnet auf das Verhalten der Tiere kamen die Forscher zum Schluss, dass sich die Bartagamen während einer Paarungszeit – einer Phase, in der viel Energie verbraucht wird – an die 85 Stunden an Sonnenbädern sparen: Eine wertvolle Ressource, da sie während dieser Zeit ja besonders aktiv sein müssen. (red, 18. 4. 6. 2016)

  • Dieselbe Bartagame links bei 15 Grad Celsius, rechts bei 40.
    foto: kathleen smith, university of melbourne

    Dieselbe Bartagame links bei 15 Grad Celsius, rechts bei 40.

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