Der russische Alltag heißt Slowakei

15. Juni 2016, 11:07
1 Posting

Abseits der Diskussionen um die russischen Fans, will die Sbornaja gegen die Slowakei einen Sieg einfahren

Lille – Russland, das zum Auftakt England mit viel Glück ein 1:1 abgetrotzt hat, spielt am Mittwoch um 15 Uhr (Liveticker auf derStandard.at) nicht nur gegen die Slowakei, sondern sich auch mit der Uefa, die die Rute des Ausschlusses ins Fenster des russischen Verbandes gestellt hat. Trainer Leonid Sluzki, der aufs Wohlverhalten der Fans hofft, wird nicht verhindern können, dass diese Fisimatenten via Spielerköpfe auch auf den Rasen getragen werden.

Einschlägige Fragen werden, wenn überhaupt gestellt, im russischen Quartier nicht beantwortet. Mittelfeldspieler Roman Neustädter, ansonsten bei Schalke beschäftigt, lässt nur ganz allgemein ausrichten, es sei ihm klar, dass jetzt jedermann verrückt sei nach Fußball. "Aber warum schlagen sich die Menschen dafür die Köpfe ein?" Ein gute Frage.

Eine ebenso gute wie die, ob Neustädter gegen die Slowakei beginnen wird. Denis Gluschakow, der zuletzt etwas angeschlagene Spartakist und deshalb gegen England erst spät für Neustädter eingewechselt, stünde, hört man, wieder zur Disposition.

Klarerweise ist Russland trotz alledem Favorit dieses Spiels und damit auch aufs Weiterkommen. Für die Slowaken, deren Achse der Napoli-Midfielder Martin Hamsik ist, geht es nach dem 1:2 gegen Wales um die Wurst.

"Auf dem Papier", gibt der Ex-Salzburger Dusan Svento zu bedenken, "ist Russland vielleicht stärker als wir, aber das ist Theorie." Dass auf die müde und ein wenig ideenlose Vorstellung gegen Wales zu reagieren sein wird, kündigt Trainer Ján Kozák jedenfalls an. Es werde "bestimmte Änderungen" geben.

Noch aber wolle er nicht zu sehr – Feind hört mit – ins Detail gehen. Adam Nemec, Sturmtank, gibt diesbezüglich zumindest einen nützlichen Hinweis: "Hohes Pressing, denn ihre Pässe waren nicht recht genau." (sid, wei, 14.6.2016)

Gruppe B, 2. Runde:

Russland – Slowakei (15.00 Uhr, Lille, Stade Pierre Mauroy, SR Skomina/SLO)

Russland: 1 Akinfejew – 3 Smolnikow, 14 W. Beresuzki, 4 Ignaschewitch, 21 Schtschennikow – 8 Gluschakow, 13 Golowin – 9 Kokorin, 17 Schatow, 10 Smolow – 22 Dsijuba

Ersatz: 12 Lodygin, 16 Guilherme – 2 Schischkin, 6 A. Beresuzki, 5 Neustädter, 7 Jussupow, 11 Mamajew, 15 Schirokow, 18 Iwanow, 19 Samedow, 20 Torbinski, 23 Kombarow

Slowakei: 23 Kozacik – 2 Pekarik, 3 Skrtel, 4 Durica, 18 Svento – 13 Hrosovsky – 20 Mak, 19 Kucka, 17 Hamsik, 7 Weiss – 21 Duris

Ersatz: 1 Mucha, 12 Novota – 5 Gyömber, 14 Skriniar, 15 Hubocan, 16 Salata, 6 Gregus, 8 Duda, 10 Stoch, 22 Pecovsky, 9 Sestak, 11 Nemec

  • Der russische Coach Leonid Sluzki kann auch lächeln.
    foto: reuters/recine

    Der russische Coach Leonid Sluzki kann auch lächeln.

Share if you care.