Zehnjährigen in Wiener Hallenbad vergewaltigt: Sechs Jahre Haft

14. Juni 2016, 12:11
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Flüchtling schuldig gesprochen, Urteil nicht rechtskräftig – Gutachten: Psychische Folgen für missbrauchten Buben einer schweren Körperverletzung gleichzusetzen

Wien – Ein 20 Jahre alter Flüchtling aus dem Irak, der sich am 2. Dezember im Theresienbad in Wien-Meidling an einem zehn Jahre alten Buben vergangen hatte, ist am Dienstag am Wiener Straflandesgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Unmündigen und Vergewaltigung verurteilt worden. Er erhielt sechs Jahre Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Verteidiger Roland Kier erbat Bedenkzeit.

Dem Schöffensenat erschien die verhängte Strafe bei einem Strafrahmen von bis zu 15 Jahren angemessen. Dem Angeklagten wurden seine bisherige Unbescholtenheit, sein Alter unter 21 und die "ungünstigen Lebensbedingungen" mildernd angerechnet.

Mann gestand Tat

Der Mann war im September 2015 über die Balkanroute nach Österreich gekommen. Am ersten Verhandlungstag im April hatte er zugegeben, den unmündigen Schüler an der Hand gepackt, in eine WC-Kabine gedrängt, die Tür von innen verriegelt und den Buben missbraucht zu haben.

Zu den psychischen Folgen der Tat stellte Gerichtspsychiaterin Gabriele Wörgötter nun in einem Gutachten fest, dass der Bub an einer massiven posttraumatischen Belastungsstörung leidet, die einer schweren Körperverletzung gleichzusetzen ist. (APA, 14.6.2016)

  • Der Angeklagte am ersten Prozesstag Ende April.
    foto: apa/roland schlager

    Der Angeklagte am ersten Prozesstag Ende April.

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