Massaker von Orlando wirft Schatten auf den Wahlkampf

13. Juni 2016, 18:15
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Donald Trump gibt Regierung Mitschuld – Hillary Clinton für schärfere Waffengesetze

Das Massaker von Orlando blieb nicht ohne Auswirkungen auf den derzeit laufenden US-Wahlkampf. Vor allem die Tatsache, dass ein islamistisches Motiv des Täters als wahrscheinlich gilt, war Wasser auf die Mühlen des republikanischen Bewerbers Donald Trump. Dieser forderte Präsident Barack Obama zum Rücktritt auf und bekräftigte erneut seinen Vorschlag, Muslimen die Einreise in die USA zu verbieten.

Konkret warf Trump dem Präsidenten Obama vor, in seiner ersten Stellungnahme die Bezeichnung "radikaler Islam" nicht benutzt zu haben, und erklärte: "Allein aus diesem Grund sollte er zurücktreten." Zudem forderte der Republikaner als Antwort auf den Anschlag eine Ausweitung der Bombardements gegen Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Barack Obama hatte zunächst von "einem Akt des Terrors und des Hasses" gesprochen und erklärt: "Wir haben noch keine definitiven Erkenntnisse über die genaue Motivation des Mörders." Für Donald Trump ist dagegen ausgemacht, dass die Tat auf einen "radikalen islamistischen Terroristen" zurückgeht. "Das, was in Orlando passiert ist, ist nur der Anfang", twitterte Trump. Der Regierung warf er angesichts islamistischer Gefahren vor, schwach und ineffektiv zu sein.

Der Todesschütze Omar Mateen, ein US-Bürger afghanischer Abstammung, hatte laut Polizeiangaben dem IS die Treue gelobt. Der IS bezeichnete Mateen als "Soldat des Kalifats".

Gegen Dämonisierung

Die demokratische Kandidatin Hillary Clinton wiederum kritisierte den von den Republikanern befürworteten Verkauf von Kriegswaffen an Privatleute. Auch Clinton sprach von einem Akt des Terrors, wollte aber zunächst nicht über die Ideologie des Schützen spekulieren. Zugleich warnte sie vor einer "Dämonisierung" von Muslimen.

Clinton bekräftigte, dass Kriegswaffen in den Straßen der USA nichts zu suchen hätten, und sprach sich erneut für ein strengeres Waffengesetz aus. Gesetzestreue Bürger hätten ein Recht, Waffen zu tragen, sagte sie am Montag dem Sender CNN. "Aber wir können Maßnahmen ergreifen, damit Waffen nicht in die Hände von Kriminellen und Terroristen fallen." (Reuters, red, 13.6.2016)

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