Microsoft kauft Linkedin: Offensive nach hinten

Kommentar13. Juni 2016, 17:48
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Man will offenbar ohne Rücksicht auf Verluste auf neue Geschäftsfelder setzen

Microsoft geht in die Offensive: Mit der größten Akquisition in der Geschichte will der Konzern offenbar die Scharten der Vergangenheit auswetzen. Der Kauf von Linkedin, der am Montag verkündet wurde, ist die Antwort auf die Kritik am verschlafenen Internettrend. Genauer gesagt: an den Lücken im Social-Media-Business.

Linkedin ist so etwas wie Facebook für Businessleute. Die Profile und Verlinkungen von Managern, Wissenschaftern oder Technikern werden vor allem von Personalsuchern gerne genutzt. Sie zahlen auch recht hübsche Summen für diese Dienste. Allerdings war die Geschäftsentwicklung des Karrieretools zuletzt alles andere als berauschend, entsprechend unerfreulich die Kursentwicklung. Dass Microsoft nun 26 Milliarden Dollar für ein Netzwerkportal auf den Tisch legt, darf durchaus hinterfragt werden. Längst von Apple und Google in den Schatten gestellt, will Microsoft offenbar ohne Rücksicht auf Verluste auf neue Geschäftsfelder setzen.

Der Konzern müsste vorgewarnt sein. Mit dem Kauf des Nokia-Handygeschäfts hat er sich ordentlich die Finger verbrannt. Dabei läuft das Stammgeschäft gar nicht so schlecht. Windows ist trotz schrumpfenden PC-Geschäfts eine Macht. Und mit dem Cloud-Bereich zeigt das Unternehmen, dass Rückgänge in einer Sparte am besten aus eigener Kraft kompensiert werden. Der Kauf von Linkedin könnte zur Offensive werden, die nach hinten losgeht. (Andreas Schnauder, 13.6.2016)

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