Mediterrane Kost reduziert Knochenbruchrisiko

13. Juni 2016, 13:58
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Anders als vermutet, senkt eine kalzium- und eiweißreiche Ernährung das Knochenbruchrisiko nicht. Mittelmeerküche wirkt sich hingegen sogar positiv aus

Seit Jahren herrscht die Meinung, dass eine kalzium- und eiweißreiche Ernährung das Knochenbruchrisiko senken könnte. Diesem Glauben widerspricht nun eine Untersuchung des Universitätsklinikums Würzburg.

In einer retrospektiven Studie wurde untersucht, ob eine mediterrane Ernährungsweise im Gegensatz zu anderen Diäten Einfluss auf das Vorkommen von Knochenbrüche bei Frauen nach der Menopause hat oder nicht. Die Forscher werteten dazu Daten von mehr als 90.000 Frauen nach der Menopause aus, die in aus 40 medizinischen Zentren der USA rund fünfzehn Jahre lang beobachtet wurden.

Entgegen der landläufigen Vermutung über den Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten und Knochenbrüchen konnten die Wissenschaftler nach ihrer Datenanalyse keinen signifikanten Zusammenhang zwischen einem gesundem Ernährungsstil und dem Knochenbruchrisiko feststellen.

Eine Ausnahme

Ein durchaus überraschendes Ergebnis, so Studienleiter Bernhard Haring: "Eine geringe Risikoreduktion findet einzig dann statt, wenn an mediterraner Kost festgehalten wird, insbesondere eine Reduktion von Hüftfrakturen." Die Bedeutung der Studie ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass, obwohl einzelne Ernährungsformen großteils auf Milchprodukte bzw. Kalziumaufnahme verzichten (z.B.: Mediterrane Kost) keine Erhöhung des Hüftfrakturisikos gegeben war. Dies widerspricht der landläufigen Meinung, dass vor allem eine Ernährung mit Schwerpunkten auf Milcheiweiß und Kalzium das Knochenbruchrisiko senken könne.

Unabhängig von einem möglichen Vorteil im Hinblick auf das Frakturrisiko, sollten Frauen auf einen gesunden Lebensstil basierend auf mediterraner Kost und Bewegung achten. Durch diesen Ernährungsstil wird insbesondere die Gesundheit des Herzkreislaufsystems gestärkt und zudem wirkt sie sich auch vorteilig auf andere Erkrankungen aus.

Mediterrane Kost oder Mittelmeerküche basiert auf den Essgewohnheiten der Kulturen mit traditionellem Olivenbaumanbau und ist gekennzeichnet durch viel frisches Obst und Gemüse, viel frischen Kräutern und Gewürzen und einem geringen Anteil an tierischen Lebensmitteln. Olivenöl stellt die Hauptfettquelle dar. Studien seit den 1950ern haben immer wieder gezeigt, dass die Bewohner der Mittelmeerländer im Gegensatz zu Nordeuropa und den USA eine wesentlich höhere Lebenserwartung haben und weniger Herzkreislauferkrankungen aufweisen. (red, 13.6.2016)

  • Eine Ernährung, die auf den Gerichten der Mittelmeerküche basiert, kann das Risiko für Hüftfrakturen reduzieren. Mediterrane Kost besteht aus viel frischem Obst und Gemüse, frischen Kräutern und Gewürzen und einem geringen Anteil an tierischen Lebensmitteln. Olivenöl ist die Hauptfettquelle.
    foto: ap

    Eine Ernährung, die auf den Gerichten der Mittelmeerküche basiert, kann das Risiko für Hüftfrakturen reduzieren. Mediterrane Kost besteht aus viel frischem Obst und Gemüse, frischen Kräutern und Gewürzen und einem geringen Anteil an tierischen Lebensmitteln. Olivenöl ist die Hauptfettquelle.

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