Duty-Free-Betreiber Lotte verschiebt nach Razzia Börsengang

13. Juni 2016, 11:49
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Gang aufs Parkett soll 4,5 Mrd. Dollar bringen

Seoul – Der südkoreanische Betreiber von Duty-Free-Geschäften, Hotel Lotte, schiebt nach Razzien der Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche seinen milliardenschweren Börsengang auf die lange Bank. Wann die Neuemission nun erfolgen könnte, ließ der Konzern am Montag offen. Ursprünglich wollte die Nummer drei der Welt im Juli bis zu 4,5 Mrd. Dollar (3,98 Mrd. Euro) bei seinem Marktdebüt einsammeln.

Es wäre der größte Börsengang des Jahres gewesen. Diesen Status hat bisher das Debüt des chinesischen Geldhauses Zheshang inne, bei dem knapp zwei Milliarden Dollar eingenommen wurden.

Insidern zufolge stehen die Razzien am Hauptsitz des Lotte-Konzerns im Zusammenhang mit einem möglichen Schmiergeldfonds. Neben Hotel Lotte wurden auch andere Töchter des Konzerns von den Ermittlungen in Mitleidenschaft gezogen. So stieg die größte börsennotierte Tochter, das Chemieunternehmen Lotte Chemical, aus dem Bieterrennen um den US-Rivalen Axiall aus.

Analysten zufolge wirft der Skandal ein Schlaglicht auf die Risiken, die im Zusammenhang mit Investitionen in die undurchsichtigen Konglomerate in Südkorea bestehen. Bei Hotel Lotte hatten zuletzt bereits Ermittlungen wegen Bestechlichkeit gegen einen Manager für Schlagzeilen gesorgt. Trotz der Absage an einen baldigen Börsengang will Hotel Lotte sein Geschäft ausbauen und stärker in Übersee aktiv werden. (APA, 13.6.2016)

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