Merkel und Li setzen auf Lösung bei Kauf von Roboterhersteller Kuka

13. Juni 2016, 08:34
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Chinesen wollen bei deutscher Firma einsteigen – Merkel betont Offenheit gegenüber Investitionen

Augsburg – In der Debatte über eine Übernahme des Roboterherstellers Kuka hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Offenheit für chinesische Investitionen betont – aber gleichzeitig das Engagement weiterer deutscher Firmen ins Spiel gebracht.

"Ich sehe nach wie vor die Möglichkeit, dass man zu einer guten Lösung kommt. Es ist im Übrigen auch niemandem in Deutschland verboten, sich bei Kuka zu engagieren", sagte Merkel am Montag in einer Pressekonferenz mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. "Und jetzt muss man schauen, welche Lösungen man dabei findet." Li sagte, es handle sich um eine privatwirtschaftliche Angelegenheit, die nach internationalen Gepflogenheiten abgewickelt werden sollte.

Merkel sagte, es gebe eine generelle Offenheit gegenüber Investitionen aus China. Man erwarte aber im Gegenzug, dass auch China sich öffne und gleiche Investitionsbedingungen biete. "Deutschland hat sich immer angeboten als ein offener Investitionsmarkt für die Wirtschaft, auch für chinesische Unternehmen", sagte sie.

Der chinesische Konzern Midea hatte zuletzt ein Angebot von bis zu 4,5 Mrd. Euro angekündigt – das wäre die größte Übernahme von Chinesen in Deutschland. Midea hält bereits 13,5 Prozent an Kuka und strebt einen Anteil von mindestens 30 Prozent an. Auch der Technologiekonzern Voith ist mit 25,1 Prozent beteiligt. Siemens-Chef Joe Kaeser betonte, dass sein Unternehmen kein Interesse an einem Einstieg habe. (APA, 13.6.2016)

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    foto: reuters
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