1:0 – Polen erfüllt gegen Nordirland die Pflicht

12. Juni 2016, 20:15
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Die Favoriten setzen sich gegen schwache Nordiren durch, Milik erzielt das Goldtor

Nizza – Nordirlands Debütauftritt bei einer EM wird unter "wacker, aber unzureichend" archiviert. Gegner Polen kamen dank eines Treffers von Ajax-Stürmer Arkadiusz Milik (51.) zum ersten Sieg bei einer Europameisterschaft. Der Zweite der Qualifikationsgruppe ging gegen den Qualigruppenersten als klarer Favorit ins Rennen.

Die erste Hälfte verlief drehbuchkonform: Polen spielte, schlug haufenweise Flanken. Nordirland mimte den defensiv bissigen Nebendarsteller, im seltenen Ballbesitz waren die Briten zahnlos. 31. Minute: Milik kam aus bester Position zum Schuss, traf den Ball schlecht, drüber. In Minute 40 zog Bartosz Kapustka halbvolley ab, Torwart Michael McGovern holte sich reflexhaft eine Auszeichnung ab.

Die 51. Minute brach den nordirischen Riegel. Blaszczykowski spielte mit Übersicht quer auf Milik, dessen Flachschuss saß. Also veränderte sich der Auftrag der Außenseiter: nicht nur ein Tor verhindern, jetzt auch eines schießen; die Schussstatistik lautete zu diesem Zeitpunkt 0:11. Das Spielgerät blieb weiter bevorzugt in polnischem Besitz, Blaszczykowski schloss einen Konter unzureichend ab (68.).

Spät kamen die Nordiren zu Chancen: Conor Washington legte sich den Ball beim Konter im Vollgalopp um Zentimeter zu weit vor (71.), Stephen Davis verpasste das Leder bei einer Freistoßvariante knapp (86.). Es blieb beim 1:0. (masc, 12.6.2016)

EM-Gruppe C, 1. Runde, Sonntag

Polen – Nordirland 1:0 (0:0)
Nizza, Stade de Nice, SR Hategan (ROM)

Tor: 1:0 (51.) Milik

Polen: Szczesny – Piszczek, Glik, Pazdan, Jedrzejczyk – Blaszczykowski (80. Grosicki), Krychowiak, Maczynski (78. Jodlowiec), Kapustka (88. Peszko) – Milik – Lewandowski

Nordirland: McGovern – McLaughlin, Cathcart, Evans, McAuley – McNair (46. Dallas), Norwood, Davis, Baird (76. Ward), Ferguson (66. Washington) – Lafferty

Gelbe Karten: Kapustka, Piszczek bzw. Cathcart

Stimmen

Adam Nawalka (Polen-Teamchef): "Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Ich muss die Spieler für ihren Einsatz loben. Die Nordiren sind bekannt für ihr körperbetontes Spiel. Wir mussten dagegenhalten, um unsere Fähigkeiten ausspielen zu können. Wir sind ein Team, ein Kollektiv. Wir haben viel investiert und verdient gewonnen."

Michael O'Neill (Nordirland-Teamchef): "Es war ein schwieriges Match. Polen hat exzellent gespielt. Wir haben uns am Anfang vielleicht körperlich etwas übernommen und konnten uns nicht aus dem Druck der Polen befreien. Wir kannten die Stärken der Polen. Lewandoswki hilft ihnen allein mit seiner Präsenz enorm. Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir zu wenig mit dem Ball anzufangen wussten, aber mannschaftlich gesehen können wir nicht mehr verlangen."

Grzegorz Krychowiak (Polen-Mittelfeldspieler) "Wir wussten, dass das erste Spiel sehr schwer wird, und haben uns gut darauf vorbereitet. In den nächsten Spielen wollen wir noch besser spielen, aber wir sollten nicht zu optimistisch werden. Wir haben erst ein Spiel gewonnen."

Gareth McAuley (Nordirland-Verteidiger): "Wir sind sehr enttäuscht. Wir haben lange das Unentschieden gehalten. Als sie getroffen haben, mussten wir etwas aufmachen. Ab jetzt haben wir nichts mehr zu verlieren. Für die Fans tut es uns besonders leid."

  • Also doch.
    foto: apa/afp/boris horvat

    Also doch.

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