Modedesigner verdienen mit Hotels und Lifestyle

13. Juni 2016, 09:00
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Ein Drittel der weltweiten Produktion von Luxusgütern entfällt auf Italien, die Orientierung auf Lifestyle bringt Umsatz

Luxusdesigner Giorgio Armani weiß offenbar, worauf es ankommt – in der Welt der Reichen. Der inzwischen über achtzigjährige Mailänder Modezar hat als erster Modestilist auch mit seiner Hotelkette und seinen Einrichtungsobjekten auf Lifestyle gesetzt: in seinem Fall schnörkelloser Stil, klare Formen, gedeckte Farben, edelste Materialien. Als Resultat erzielte der Konzern im Vorjahr einen Rekordumsatz von mehr als 2,6 Milliarden Euro.

Genau das ist der Trend, zu dem Beratungsfirmen derzeit den Herstellern von Luxusmode raten: ihr Angebot auf den Lifestyle-Bereich zu erweitern. Bulgari und Moschino, Dolce & Gabbana und Versace sind dem Beispiel Armanis bereits gefolgt.

Auf den weltweiten Umsatz mit Luxusgütern von geschätzt 222 Milliarden Dollar entfällt ein Drittel auf Italien, geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Beratungsfirma Deloitte hervor. Im vergangenen Jahr ist der Umsatz der untersuchten hundert größten Luxusfirmen um 3,6 Prozent gewachsen. Darunter befanden sich 29 italienische Unternehmen. Acht Firmen aus Italien befanden sich unter jenen 20, deren Umsatz mit durchschnittlich 6,9 Prozent die höchste Dynamik aufwies. Zu den Wachstumsmotoren zählen nicht nur Giorgio Armani und Luxottica (Brillen), sondern auch die Valentino Fashion Group und Ferragamo.

Wachstum hält an

Auch im ersten Quartal 2016 hat das Wachstum angehalten. Und das, obwohl das makroökonomische Umfeld nicht das beste war. Das langsamere Wachstum in China sowie die Krisen in Russland und Brasilien haben zweifellos den Umsatz gebremst. Doch alles halb so wild, meint Remo Ruffini, Gründer und Präsident des Luxusdaunenjacken-Herstellers Moncler: "Die Krisen sind heute in unserem globalisierten Zeitalter relativ zu nehmen. Was zählt, ist die Flexibilität des Unternehmens, die geografische Diversifikation, der Trend zum Lifestyle." Moncler konnte im ersten Quartal ebenso wie Brunello Cucinelli und die Onlinefirma Yoox Net-A-Porter (Ynap) sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn kräftig zulegen.

Allerdings fällt auf, dass von den 47.000 im italienischen Modebereich (Textil, Bekleidung, Zubehör) tätigen Firmen nur knapp 400 Luxusmode erzeugen. Das bedeutet, dass nicht einmal ein Prozent der italienischen Modeunternehmen im höchsten Segment angesiedelt ist. Der Verband der Luxushersteller, Altagamma, hat das ehrgeizige Ziel, diesen Anteil in den kommenden Jahren auf 15 Prozent zu erhöhen. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 13.6.2016)

  • Giorgio Armani reibt sich die Hände, der Luxusumsatz passt.
    foto: afp / bouys

    Giorgio Armani reibt sich die Hände, der Luxusumsatz passt.

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