Spanische Zeitung fand Terrorverdächtigen in Brasilien

12. Juni 2016, 15:45
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Anwalt wurde wegen eines rechtsextremen Anschlags im Jahr 1979 lange Zeit international gesucht

Madrid – Die spanische Zeitung "El País" hat einen lange Zeit international gesuchten Terrorverdächtigen in einem Armenviertel Brasiliens aufgespürt. Der 72-jährige ehemalige Anwalt José de las Heras Hurtado, der unter anderem hinter einem rechtsextremen Anschlag in Madrid 1979 stehen soll, arbeite heute als Koch in einem Lokal einer Favela des brasilianischen Küstenorts Guaraja, berichtete die Zeitung am Sonntag.

"Sie sind die Ersten, die bis hierher gelangt sind. Wie haben Sie mich gefunden?", fragte de las Heras Hurtado demnach den Journalisten von "El Pais", der ihn in der Stadt unweit von São Paulo gefunden hatte. Er war 1984 aus Spanien geflohen, da ihm dort ein Prozess wegen des Anschlags in einer Madrider Bar drohte, bei dem 1979 ein Mensch getötet und neun verletzt worden waren.

Er versicherte nun, er sei unschuldig. Der Zeitung sagte er, er habe damals gefürchtet, dass ihm in der Zeit des Übergangs nach der Franco-Diktatur kein fairer Prozess gemacht werde. Die drei internationalen Haftbefehle, die gegen ihn ausgestellt worden waren, sind inzwischen abgelaufen. De las Heras Hurtado will in Brasilien bleiben, wo er nach eigener Aussage mit seiner brasilianischen Frau lebt und zufrieden ist. (APA, 12.6.2016)

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