Dutzende Tote nach Selbstmordanschlag auf Schiiten in Damaskus

11. Juni 2016, 15:33
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Pilgerort Sayeda Zeinab immer wieder Ziel von IS-Attacken – Jihadistenmiliz bekannte sich zu Angriff

Damaskus – Zwei Selbstmordattentäter haben bei einem Doppelanschlag in einem schiitisch geprägten Vorort von Damaskus mindestens 20 Menschen getötet. Mehr als 20 weitere Personen seien bei den Explosionen in dem Vorort Sayeda Zeinab verletzt worden, erklärte die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" am Samstag weiter.

Unter den Toten seien neben den beiden Attentätern 13 Zivilisten und sieben Regimekämpfer. Demnach hatte ein Fahrer eine Autobombe gezündet, nicht weit entfernt sprengte sich ein zweiter Selbstmordattentäter in die Luft.

Die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" hat ihren Sitz in London und bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, unabhängige Medien in Syrien de facto nicht mehr präsent.

Von dem Anschlag in Sayeda Zeinab (Sajjida Seinab) berichteten am Samstag jedoch auch die der Terrormiliz "Islamischer Staat" IS nahestehende Nachrichtenagentur "Amaaq" sowie die staatliche Agentur Sana. "Amaaq" meldete, die Attacken seien von IS-Kämpfern durchgeführt worden.

Nach Angaben von Sana starben bei den Selbstmordanschlägen mindestens zwölf Menschen, 55 wurden verletzt. Die Bomben seien nahe des Eingangs zu einem schiitischen Heiligtum explodiert. Die Agentur zeigte Fotos von einer Reihe beschädigter Häuser mit zerstörten Fassaden sowie Flammen und ausgebrannte Autowracks.

Sayeda Zeinab im Süden der syrischen Hauptstadt ist ein wichtiger Pilgerort für schiitische Muslime unter anderem aus dem Iran. Bei mehreren Anschlägen der Terrormiliz IS in dem Vorort waren bereits im Frühjahr mehr als 180 Menschen getötet worden. Bei einem Doppelanschlag Ende Jänner starben mehr als 60 Menschen. Ende Februar kamen bei drei Anschlägen mindestens 120 Menschen ums Leben. (APA, 11.6.2016)

  • Helfer bergen einen Verletzten
    foto: apa/afp/youssef karwashan

    Helfer bergen einen Verletzten

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