Staubsauger-Erfinder macht sich für Brexit stark

11. Juni 2016, 13:14
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Selfmade-Milliardär Dyson verstärkt das Austrittslager und sieht "mehr Wohlstand und mehr Jobs" außerhalb der EU

London – Staubsauger-Power für die EU-Gegner in Großbritannien: Der Erfinder des beutellosen Staubsaugers, James Dyson, hat sich knapp zwei Wochen vor dem Brexit-Referendum für einen Austritt seines Landes aus der EU ausgesprochen. Das Land könne außerhalb der EU "mehr Wohlstand und mehr Jobs" schaffen, sagte der Selfmade-Milliardär der Zeitung "Daily Telegraph".

Vor allem werde Großbritannien durch einen Austritt aus der Europäischen Union "die Kontrolle über sein Schicksal" wiedererlangen. "Und ich glaube, dass Kontrolle die wichtigste Sache in Leben und Wirtschaft ist." Als "Blödsinn" wies er Warnungen der EU-Befürworter zurück, dass ein Austritt den Außenhandel des Landes negativ treffen würde.

Sollte die EU tatsächlich Zölle einführen, "werden wir im Gegenzug dasselbe machen". "Die EU würde dann wirtschaftlichen Selbstmord begehen, weil wir (für) 100 Milliarden Pfund (127 Mrd. Euro) importieren, und nur für 10 Milliarden Pfund ausführen", verwies Dyson auf den massiven Handelsbilanzüberschuss der EU-Staaten mit Großbritannien.

Umfragen zeigen vor dem Referendum am 23. Juni ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Befürwortern und Gegnern des EU-Austritts. Premierminister David Cameron wirbt für einen Verbleib seines Landes in der Europäischen Union und bezeichnet einen Austritt als "Sprung in die Dunkelheit". Den vom Euroskeptiker Nigel Farage und dem konservativen früheren Londoner Bürgermeister Boris Johnson angeführten Brexit-Befürwortern wirft er vor, kein schlüssiges Konzept für die Zeit nach dem EU-Austritt zu haben.

Die EU-Partner, die USA, einflussreiche internationale Wirtschaftsinstitutionen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) sowie ein Großteil der großen britischen Unternehmen wirbt für einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Auch die Gewerkschaften haben vor einem Verlust von Millionen Jobs durch einen EU-Austritt gewarnt.

James Dyson gilt als erfolgreichster Erfinder der Gegenwart. Er hat Anfang der 1990er Jahre den Staubsauger ohne Beutel erfunden, konnte aber keinen der Branchenriesen dafür gewinnen, ihn zu produzieren. Also brachte er ihn im Jahr 1992 selbst auf den Markt. Mittlerweile ist der "Dyson" zum Kultobjekt geworden. Obwohl seine Technologie mittlerweile von den großen Konzernen kopiert wird, kann Dyson weiterhin Millionen Staubsauger rund um den Erdball zu hohen Preisen absetzen. (APA, 11.6.2016)

  • James Dyson gilt als erfolgreichster Erfinder der Gegenwart.
    foto: dpa/maurizio gambarini

    James Dyson gilt als erfolgreichster Erfinder der Gegenwart.

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