USA: Fassbomben-Angriffe nach Hilfslieferungen in syrischer Stadt

11. Juni 2016, 08:34
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Frankreich wirft Regierung in Damaskus "außerordentliche Doppelzüngigkeit" vor

Washington/Damaskus – Die USA haben der syrischen Regierung vorgehalten, die belagerte Stadt Daraya kurz nach einer lang ersehnten UNO-Hilfslieferung für die Zivilbevölkerung bombardiert zu haben. "Das syrische Regime hat heute in der Früh mehrere Fassbomben-Angriffe auf Daraya verübt", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner, am Freitag (Ortszeit) in Washington.

"Das geschah nur Stunden, nachdem der UN-Konvoi angekommen war", sagte Toner. Angriffe mit Fassbomben seien ohnehin "nicht hinnehmbar". Unter den gegebenen Umständen seien sie aber noch schändlicher, weil sie "auch die Lieferung und Verteilung schrecklich benötigter Hilfe behinderten".

Dass die Regierung von Syriens Staatschef Bashar al-Assad die Hilfslieferung überhaupt zugelassen habe, sei "positiv", sagte Toner. Bisher sei aber nur ein Teil der vorgesehenen Hilfe angekommen, die übrigen Lieferungen müssten "so schnell wie möglich" erfolgen. Toner formulierte die Forderung, dass allein die Vereinten Nationen über Ort und Zeitpunkt von Hilfslieferungen entscheiden sollten und nicht die syrische Führung.

Die syrische Regierung hatte erstmals seit dreieinhalb Jahren einen Konvoi mit Nahrungsmitteln nach Daraya durchgelassen. Neun Lastwagen mit Nahrung, Medikamenten und anderen Hilfsgütern trafen nach Angaben des Syrischen Roten Halbmonds in der Nacht zum Freitag in der Stadt südwestlich von Damaskus ein. Die Hilfsgüter sollten die Versorgung der rund 8000 Menschen, die in Daraya eingeschlossen sind, für einen Monat sicherstellen.

Nach Angaben von Aktivisten wurden danach mehr als 20 Fassbomben über der Stadt abgeworfen. Daraya wird seit November 2012 von der syrischen Armee belagert. Die Stadt war eine der ersten, die sich nach Beginn des Aufstands in Syrien 2011 gegen die Regierung in Damaskus erhoben hatte. Durch ihre jahrelange Belagerung ist die Stadt, von der es nur wenige Kilometer zum Präsidentenpalast in Damaskus sind, zum Symbol für das Leiden der Zivilbevölkerung geworden.

Die Fassbomben-Angriffe stießen auch bei Frankreich auf Empörung. "Es ist in der Tat eine außerordentliche Doppelzüngigkeit des (syrischen) Regimes, die wir hier erleben", sagte der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault am Freitag bei einem Besuch beim UNO-Sicherheitsrat in New York. Das Vorgehen errege bei ihm "so große Empörung, dass ich keine Worte dafür finde, sie zu beschreiben". (APA, 11.6.2016)

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