Heimatgemeinde von Özdemirs Vater nimmt Grünen-Chef "Mitbürgerschaft"

10. Juni 2016, 16:30
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Dafür "Ehren-Mitbürgerschaft" für Leipziger CDU-Abgeordnete

Istanbul/Berlin – Nach der Völkermordresolution des Deutschen Bundestages hat die türkische Heimatgemeinde des Vaters von Cem Özdemir dem Grünen-Vorsitzenden symbolisch die "Mitbürgerschaft" abgesprochen. Die Entscheidung sei bei einer Sitzung des Gemeinderates in Pazar in der nordtürkischen Provinz Tokat gefällt worden, sagte Pazars Bürgermeister Serafettin Pervanlar am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Gleichzeitig habe der Rat beschlossen, der Leipziger CDU-Abgeordneten Bettina Kudla – die als einzige gegen die Resolution gestimmt hatte – eine "Ehren-Mitbürgerschaft" zu verleihen.

"Wir wissen nicht, ob sie das annimmt oder nicht", sagte Pervanlar. "Wir hoffen, dass sie das über die Medien mitbekommt und sich bei uns meldet." Wer "Mitbürger" sei, werde "mit Liebe und Respekt" in Pazar empfangen. "Man ist einer von uns." Für Özdemir gelte das nun nicht mehr. Der Gemeinderat von Pazar wird von der islamisch-konservativen AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan dominiert.

Die AKP-nahe Zeitung "Sabah" hatte zuvor in ihrer deutschen Ausgabe berichtet, Pazar habe Özdemir die "Ehrenbürgerschaft" entzogen. Nach Angaben der Gemeinde wurde ihm eine solche Ehrenbürgerschaft aber nie verliehen. Auch Özdemir zeigte sich auf Twitter überrascht: "#Pazar will mir eine Ehrenbürgerschaft entziehen, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Ooops."

(APA, 10.6.2016)

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