Peugeot: Der Wandel kommt bestimmt und schnell

13. Juni 2016, 11:48
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Peugeot stellt sich antriebstechnisch breitbeinig auf – wie, zeigte ein Innovationstag

Der Druck auf die Autohersteller nach CO2-armen Technologien steigt. Die angestrebten Ziele lassen sich längerfristig nur mehr durch massive Elektrifizierung des Antriebsstranges erreichen. Wie auf welchem Kontinent und in welchem Land und in welchem Taktfahrplan die exakten Vorgaben lauten werden, weiß im Detail jetzt aber noch niemand. Deshalb werden Konzepte kreiert, mit denen man schon in der Herstellung flexibel auf Marktbedürfnisse und Gesetzesvorgaben reagieren kann.

So hat Peugeot nun seinen Fahrplan bekannt gegeben. Auf der Plattform von Peugeot 308 / Citroën C4 Picasso, die Ende 2013 eingeführt wurde, werden Plug-in-Hybridmodelle entwickelt, und zwar bis 2021 sieben an der Zahl, das erste davon 2019. Diese Plattform ist für die Mittelklasse geeignet, auch mit der Option der Integration von Technologien aus Oberklassemodellen.

In der Kompaktklasse arbeitet man gleich eng mit dem chinesischen Partner DFM zusammen. Damit sind alle Antriebs- und Karosserievarianten möglich, vom Kleinwagen bis zum kompakten SUV, einen Schwerpunkt stellt hier der reine Elektroantrieb dar.

Nicht ganz neu

Interessant ist, dass dieses Konzept mit Batterien, die in einem Doppelboden angeordnet sind, nicht ganz neu ist, aber immer öfter wieder auftaucht. Man erinnere sich an die Studie A 93 von Mercedes von 1993 (Benzin-, Diesel- oder reiner E-Antrieb), also an jenes Konzeptfahrzeug, aus dem dann vier Jahre später die erste Generation A-Klasse werden sollte.

Die Mittelklasse-Plattform (intern EMP2) wird unter der Marke DS 2019 mit Benzin-Hybridantrieb in Europa und China auf den Markt kommen, und zwar mit modularen Möglichkeiten zur Hochrüstung (sieben Modelle als Citroën, Peugeot und DS im Jahr 2021).

Ein Frontantriebsmodul setzt sich aus Benzinmotor, neuem Achtgang-Automatikgetriebe und einem Elektromotor zusammen. Zusätzlich ist auch an der Hinterachse ein Elektromotor möglich, und zwar mit einer hohen Leistung, sodass man tatsächlich von Allradantrieb reden kann.

Hohe elektrische Reichweite

Auch die Batteriekapazitäten von mindestens 12 kWh lassen eine entsprechend hohe rein elektrische Reichweite von mindestens 50 km auch im wahren Leben erwarten – auf dass der Elektromotor nicht nur zum Boosten verwendet werde, sondern auch, um rein elektrisch damit zu fahren.

Die Klein- und Kompaktwagenplattform (CMP) soll als rein elektrische Variante ebenfalls hohe Reichweiten erlauben. Mit 50 kWh ist die Lithium-Ionen-Batterie fast doppelt so groß wie heutzutage bei kompakten E-Autos üblich, bei 300 kg Gewicht und 200 Liter Volumen. Bleibt nur mehr die Frage nach dem Preis. Markteinführung 2019 in Europa und China gleichzeitig, vier Modelle als Peugeot, Citroën und DS im Jahr 2021. (Rudolf Skarics, 13.6.2016)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Für alle Fälle gerüstet: vorne Verbrennungsmotor mit Automatikgetriebe und E-Motor, hinten Batterie, Benzintank und zweiter E-Motor.
    foto: skarics

    Für alle Fälle gerüstet: vorne Verbrennungsmotor mit Automatikgetriebe und E-Motor, hinten Batterie, Benzintank und zweiter E-Motor.

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