Das Indie-Game der Woche: "Dangerous Golf"

11. Juni 2016, 11:00
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Explosionen, mutwillige Zerstörung und eine große Portion Punk-Rock ergeben eine spaßige Mischung

Auch wenn im Moment Österreich Schauplatz eines Golf-Großereignisses, der Lyoness Open in in Atzenbrugg, ist und der grüne Sport heuer erstmals seit 112 Jahren wieder bei Olympischen Spielen vertreten ist, haftet dem Spiel mit dem kleinen weißen Ball das Vorurteil von Behäbigkeit und ein wenig Dekadenz an. "Dangerous Golf" (Xbox One, PS4, Windows, 19,99 Euro), von den früheren Machern der "Burnout"-Reihe, versteht sich als das absolute Gegenteil all der bierernsten Golf-Simulationen mit großen Spielernamen im Titel und setzt stattdessen auf Schnelligkeit und die pure Freude an der Zerstörung.

Statt auf sanften Grüns wird hier in – ausgerechnet – luxuriös dekadenten Umgebungen geholzt: in prunkvollen Landhäusern, Museen und Weinkellern. Und das Ziel ist auch nicht unbedingt, mit möglichst wenig Schlägen das Loch zu erreichen, sondern mit seinem Ball zuvor das Maximum an Chaos anzurichten oder aber spezielle Aufgaben zu lösen – etwa eine Torte als einziges Dekorationsobjekt unzerstört zu lassen.

three fields entertainment
Video: Trailer zu "Dangerous Golf".

Partyspiel mit Punk-Rock-Attitüde

Mit realem Golf hat diese lustvolle Zerstörungsorgie, bei der die Freude am physikalisch korrekt berechneten Purzeln von Sektglaspyramiden und dem Zerbersten alter Weinflaschen überwiegt, wenig zu tun. Mit der Einführung von "Spezialbällen", die in Grenzen direkt während des Fluges steuerbar sind und vor allem in den späteren Locations für das Lösen der auch mal schön vertrackt werdenden Aufgaben zur Anwendung kommen, verlässt "Dangerous Golf" auch jeden Anspruch auf Simulation und wird zu etwas anderem: einer explosiven Mischung aus Minigolf, Flipper und Experimentierfeld, auf dem die Suche nach der jeweils "korrekten" Schlagfolge zentral ist. Während die ersten Aufgaben noch simpel sind, steigern sich die Schwierigkeit, aber auch die Kreativität der späteren Levels hin zum originellen Puzzler mit Party-Spaßfaktor – bis zu vier Spieler können sich abwechselnd gegeneinander oder im Coop-Modus austoben.

Erklärt wird dabei nur das Minimum, und so ist das Herausfinden der jeweiligen Aufgabe durch Versuch und Irrtum auch Teil des Spiels. Die durchwegs minimalistische Präsentation passt zum Punkrock-Soundtrack, der das Spiel untermalt – "Dangerous Golf" ist ein erfrischend anarchistischer, schnörkelloser Spaß für alle, die das noble Spiel mit dem kleinen weißen Ball nicht zu ernst nehmen. (Rainer Sigl, 11.6.2016)

"Dangerous Golf" ist für Windows-PC, PS4 und XBO erschienen. UVP: 19,99 Euro.

Technischer Hinweis: Bei der getesteten PC-Version war zum Zeitpunkt der Rezensionsabgabe das Spielen nur mit Controller möglich; nach Aussage der Entwickler steht ein Patch, der das Spielen auch mit Keyboard und Maus ermöglicht, unmittelbar vor Veröffentlichung.

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Dangerous Golf

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