Family-Business: Nachfolger wollen vieles umkrempeln

13. Juni 2016, 07:00
5 Postings

In Familienunternehmen will die nächste Generation einen Wandel. Da scheinen die Konflikte programmiert

In den Familienunternehmen zeichnet sich ein grundlegender Wandel ab. Die neue Generation an Führungspersönlichkeiten setzt zum überwiegenden Teil auf einen neuen Führungsstil, will mehrheitlich strategisch neue Wege gehen und dabei risikobereiter agieren. Wachstum und Innovation rücken in der Unternehmensstrategie in den Fokus.

Dabei agiert die neue Generation im Spannungsfeld zwischen althergebrachten Familienwerten und wirtschaftlich notwendigem neuem Denken. Diese Trends identifiziert Deloitte unter vorwiegend europäischen Familienunternehmen (untersucht wurde in 19 Ländern).

Änderungen auf allen Ebenen

"In den Familienunternehmen weht ein frischer Wind. Die neue Generation will überwiegend neue Wege einschlagen", erklärt Gottfried Spitzer, Partner bei Deloitte Österreich. "Dabei ist die größte Herausforderung, die richtige Balance zwischen Familienwerten, einer professionellen Nachfolgeplanung und mehr wirtschaftlicher Professionalität zu schaffen. Familienunternehmen sind gerade beim Wechsel an der Spitze besonders gefährdet."

56 Prozent der Interviewten planen eine grundlegende strategische Neuausrichtung, und mehr als die Hälfte will größere wirtschaftliche Risiken als ihre Vorgänger eingehen. Die neue Generation ist außerdem bereit zu Änderungen in der Unternehmensstruktur. 40 Prozent überlegen, zukünftig externe Investoren hereinzuholen, um den Fortbestand des Unternehmens sicherzustellen.

Zauberwort Innovation

Die Nachfolger wollen vor allem auf professionelle Expansion, sowohl geografisch gesehen als auch in Bezug auf Produkte und Services, setzen. Außerdem wollen die Befragten verstärkt in Forschung und Entwicklung investieren sowie eine schnellere Einbindung neuer Technologien forcieren. 76 Prozent nennen Innovation als eine der drei höchsten Prioritäten. Eine große Herausforderung für die Nachfolgegeneration ist, die Familienmitglieder von der Wichtigkeit dieser Innovationen zu überzeugen. Über 60 Prozent der Familienmitglieder sind sich der Relevanz bewusst, aber nur 40 Prozent sind auch bereit, das damit verbundene potenzielle Risiko einzugehen. Es wird also heftig diskutiert werden.

Eine der größten Herausforderungen sehen die Nachfolger darin, trotz der professionellen Neuausrichtung den Familiencharakter des Unternehmens zu erhalten und die Werte der Familie hochzuhalten. Knackpunkt: Bei 64 Prozent der befragten Unternehmen gibt es keinen professionellen Plan für das Management der Nachfolge.

  • Die Ergebnisse der Deloitte-Befragung im Detail.
    grafik: der standard

    Die Ergebnisse der Deloitte-Befragung im Detail.

Share if you care.