Was Steve Jobs' Besuch bei einem Start-up über das Apple-Auto verrät

10. Juni 2016, 08:38
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Der einstige Apple-Chef soll bereits 2010 ein Unternehmen beraten haben, das ultraleichte Fahrzeuge herstellen wollte

Tesla-Chef Elon Musk nennt es ein "offenes Geheimnis": Dass Apple abseits der Öffentlichkeit an einem Auto arbeitet, ist mittlerweile relativ klar. So tauchten auch Berichte über Verhandlungen mit anderen Konzernen in den Medien auf, angeblich soll das Fahrzeug sogar in Österreich produziert werden. Doch über die tatsächlichen Inhalte des Projekts gibt es weiterhin nur Spekulationen. Die Pläne könnten aber bereits unter dem 2011 verstorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs eingeleitet worden sein, wie ein neuer Bericht des Guardian enthüllt.

Ultraleichte Fahrzeuge

So soll Jobs vor rund sechs Jahren großes Interesse an einem Start-up gehegt haben, das ultraleichte Autos produzieren wollte. Im Mai 2010 kam es sogar zu einem Treffen zwischen Designer Bryan Thompson und dem Apple-Guru. Das Team durfte bei Jobs vorbeischauen und ihm ihren Prototypen präsentieren. Das "V-Vehicle" setzte auf Polypropylen und Glasfaser, war dadurch leichter, verbrauchte weniger Treibstoff – und war mit 14.000 Dollar sehr günstig zu produzieren.

Designer Thompson berichtete nun über die Stippvisite bei Jobs: Zuerst soll Jobs Sohn das Gespräch unterbrochen haben, indem er sich über Fehler bei einem iPhone-Prototypen beschwert habe. Nachdem ihn Jobs zurück ins Haus geschickt habe, setzte sich der damalige Apple-CEO sofort in den Prototypen. Drei Mitarbeiter des Start-ups folgten ihm, wurden von Jobs mit Ausnahme von Thompson aber wieder hinaus beordert. Daraufhin begann Jobs, dem Designer seine Ideen und Vorschläge darzulegen.

"Ehrliches Material"

Jobs schlug etwa vor, das bei der Produktion verwendete Plastik nicht zu "verstecken", sondern offen herzuzeigen. Materialien müssten "ehrlich" sein, so Jobs. Außerdem sollte das Team versuchen, mehr Teile "aus einem Guss" herzustellen, da dies "noch mehr den Eindruck von Präzision" hervorrufe. Die Oberflächen sollten außerdem "straffer" wirken, da das Energie zeige, sagte Jobs weiter. Der Apple-CEO, der als schwieriger Chef galt, äußerte aber viel Lob für den Prototypen.

Viele Fragezeichen

Trotz Jobs' Tipps scheiterte das Projekt allerdings. Es zeigt aber, in welche Richtung ein Apple-Auto gehen könnte. Unklar ist, wie konkret die Pläne für ein Auto waren, bevor Jobs 2011 verstarb. Aber es ist zu vermuten, dass die Idee noch aus der Ära Jobs stammt. Wenn sich das Unternehmen tatsächlich am "V-Vehicle" orientiert, hieße das, dass Apple durch ultraleichte Materialien Treibstoff sparen wolle und sich auch in anderen Designfragen an iPhone und Co orientiere. Ob Apples Auto denn auch selbstfahrend und rein elektrisch sei, bleibt weiter offen. (red, 10.6.2016)

  • So sah der Protoyp aus, den Jobs in Augenschein nahm.
    foto: v-vehicle/thompson

    So sah der Protoyp aus, den Jobs in Augenschein nahm.

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