Hilfskonvoi erreicht belagerte syrische Stadt Darayya

10. Juni 2016, 06:48
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Lanstwagen bringen Essen und Arzneimittel in die Stadt, die seit vier Jahren von Regierungstruppen belagert wird

Damaskus – Nach jahrelanger Belagerung hat am Donnerstagabend erstmals ein Konvoi mit Nahrungsmittelhilfe die syrische Rebellenhochburg Darayya erreicht. Neun Lastwagen mit Essen und Medikamenten seien in der südöstlich von Damaskus gelegenen Stadt angekommen und würden noch in der Nacht entladen, sagte der Einsatzleiter des syrischen Roten Halbmonds, Tamam Mehres.

Nahrungsmittel für einen Monat

Die Hilfsgüter sollten die Versorgung für rund einen Monat sicherstellen. Darayya wird seit 2012 von Regierungstruppen belagert. Es war das erste Mal, dass ein Hilfskonvoi mit Nahrungsmitteln die Stadt mit ihren rund 8.000 Einwohnern erreichen konnte. Die Stadt war eine der ersten, die sich nach Beginn des Aufstands in Syrien 2011 gegen die Regierung erhoben hatte.

Zuvor hatte die Uno am Donnerstag bekanntgegeben, dass die syrische Führung die Erlaubnis erteilt habe, bis Monatsende humanitäre Hilfskonvois in alle 19 belagerten Regionen des Landes fahren zu lassen. Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura hatte dabei allerdings zu bedenken gegeben, dass es derartige Zusicherungen aus Damaskus früher schon gegeben habe, sie dann aber nicht eingehalten wurden.

Einverständnis der Regierung nötig

Hilfslieferungen für die syrische Zivilbevölkerung sind weitgehend vom Einverständnis der Regierung abhängig. Der Landweg ist der effizienteste Weg, Hilfsgüter in belagerte Städte zu bringen, doch hatte Damaskus bisher vielfach den Zugang verweigert. In den 19 belagerten Städten und Regionen leben nach UN-Angaben knapp 600.000 Menschen ohne ausreichend Zugang zu Nahrung, Trinkwasser und Medikamenten. Die meisten Gebiete werden von den Regierungstruppen belagert.

Die Uno hatte die syrische Regierung schon mehrfach gebeten, Hilfslieferungen auf dem Landweg zuzulassen. Zuletzt war auch über eine Luftbrücke diskutiert worden. Die Versorgung aus der Luft ist aber vergleichsweise teuer und gefährlich. (APA, 10.6.2016)

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