Was die EM-Teilnehmer von den Zuhausegebliebenen unterscheidet

Infografik12. Juni 2016, 14:22
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24 Teams spielen bei der Europameisterschaft in Frankreich auf. Was hebt die Qualifizierten von ihren Vorrunden-Gegnern ab? Ein Erklärungsversuch in drei Grafiken

Die einfachste Antwort wäre: Die Mannschaften haben einfach mehr Punkte erspielt. Ja, geschenkt. Oder das Team war bester Gruppendritter. Ja, auch. Oder schließlich: im Playoff der Gruppendritten die Qualifikation geschafft. Stimmt alles.

Aber das geht genauer.

Die Erfahrung

Für die Qualifikation nicht unwichtig waren Spieler wie der Kroate Darijo Srna, der Spanier Iker Casillas oder etwa der Rumäne Răzvan Raț. Sie zählen zu den erfahrensten Spielern ihrer Nationalteams, haben also viele Länderspiele in den Beinen und spielen so gut wie immer in der Startelf.

Mannschaften, die erfahrene Spieler eingesetzt haben, ist die Qualifikation eher geglückt als Teams mit Kickern, die wenig Länderspiel-Erfahrung haben.

Zlatan Ibrahimović stand während 75 Prozent der Spielzeit in der Qualifikation auf dem Rasen, hat mittlerweile über 125 Länderspiele in den Beinen. Er ist ein Dreh- und Angelpunkt in der Offensive der Schweden.

Die Grafik bündelt mehr als 1.500 Spieler, die in der Qualifikation für die Europameisterschaft eingesetzt wurden.

Ballsicherheit & Torgefahr

Eher wesentlich als unwesentlich ist auch, ob und wie oft die Spieler der jeweiligen Mannschaft auf das Tor schießen. Und ob die Passversuche einen Abnehmer im eigenen Team finden statt beim Gegner zu landen. Bei Nationalteams, die sich für die Europameisterschaft qualifiziert haben, war diese Bilanz besser als bei jenen Teams, die ausgeschieden sind. Die Grafik zeigt die Leistungsstatistik der Mittelfeldspieler und Stürmer, die in der Qualifikation regelmäßig eingesetzt wurden. Wayne Rooney, Gareth Bale und wiederum Zlatan Ibrahimović stechen besonders hervor. Zudem ist die Bilanz von Claudiu Keșerü, der heute mit Rumänien auf Frankreich trifft, außergewöhnlich.

Wayne Rooney suchte in der Qualifikation alle 15 Minuten den Torabschluss. Ihm unterlaufen nur wenige Fehlpässe.

Die Knipser

Tore schießen ist für eine erfolgreiche Qualifikation von Vorteil, sonst wird schwierig, auf die erforderlichen Punkte zu kommen. Manche Teams haben dafür den Richtigen.

Einen, ohne den die Mannschaft sehr wahrscheinlich nicht in Frankreich wäre. Einen, der permanent den Torabschluss sucht. Einen, der sich im besten Fall nicht verletzt.

Robert Lewandowski ist so einer.

Er hat in der EM-Qualifikation 13 Tore für Polen geschossen und 0,6 Mal innerhalb von 15 Minuten Maß genommen. Das umfasst Schüsse auf und neben das Tor.

Österreichs bester Torschütze suchte weniger oft den Abschluss, hat in der Qualifikation aber sieben Mal getroffen. Dass Österreichs Nationalteam heute in Mallemort die Tage bis zum Auftaktspiel gegen Ungarn zählt, geht auch auf sein Konto. (Gerald Gartner, 10.6.2016)

Der Code für die Berechnung und die Rohdaten stehen hier zur Verfügung.

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    foto: apa / robert jäger
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