Lohnverhandlungen: Postler drohen mit Streik

9. Juni 2016, 18:20
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Arbeitnehmervertreter erhöhen Druck

Wien – Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die zu 52,8 Prozent dem Staat gehörende Österreichische Post erhöhen die Arbeitnehmervertreter den Druck. Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden wurde am Donnerstag im Bundesvorstand der Postgewerkschaft vorsorglich ein Streikbeschluss gefasst. Gibt es bei der nächsten Gesprächsrunde am 14. Juni keine Einigung, folgen "Kampfmaßnahmen".

Besonders erzürnt Gewerkschaftsvorsitzenden Helmut Köstinger, dass den älteren (beamteten) Mitarbeitern keine Lohnerhöhung angeboten worden sei – und das angesichts der Tatsache, dass im Vorjahr 132 Mio. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet wurden.

Köstinger fordert zudem eine Aufstockung des Personalstandes. Allerdings hatte erst Ende Mai Postchef Georg Pölz gesagt, das Unternehmen müsse jedes Jahr zusätzlich 70 Mio. Euro einsparen. In Österreich hat die Post rund 17.350 Beschäftigte, im Ausland sind es noch einmal 5600.

50 Prozent der heimischen Postler sind noch beamtet. Ein Briefträger bekommt laut Post mindestens 1600 Euro brutto im Monat – wenn er nicht beamtet ist. Beamtete Mitarbeiter erhalten laut Pölz das Doppelte. Knapp 500 Mitarbeiter sind in einem sogenannten Karriere- und Entwicklungscenter (KEC) geparkt. Für sie gibt es laut Management nicht genug Arbeit. Da sie beamtet sind, können sie nicht gekündigt werden. (APA, 9.6.2016)

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