Nach Sperre: Rückenwind und Gegenwind für Scharapowa

9. Juni 2016, 18:03
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Sponsoren und Fans unterstützen die wegen Dopings gesperrte Russin, Kollegen weniger

London – Maria Scharapowa ist nicht die Beliebteste im Tenniszirkus. Das Mitleid für die Russin nach Bekanntwerden ihres positiven Dopingtests im März und nach der Verhängung ihrer zweijährigen Sperre am Mittwoch hielt sich unter Kolleginnen und Kollegen in Grenzen. "Wir alle denken, dass sie eine Betrügerin ist", sagte etwa die Französin Kristina Mladenovic vor zwei Wochen in Paris: "Maria war nie höflich oder nett. Mit dem, was nun passiert, werden nicht viele Leute übrig bleiben, die sie mögen."

Scharapowa darf sich aber auch über Unterstützung freuen. Der ihrer Fans zum Beispiel. Am Mittwoch bedankte sie sich auf Facebook: "Ich habe eure Briefe und Posts gelesen, und eure Liebe und Unterstützung hat mich durch diese harten Tage getragen."

Sponsoren bleiben Scharapowa treu

Am Donnerstag erhielt sie auch Rückendeckung von Sponsoren. Der US-Sportartikelhersteller Nike will den russischen Tennisstar weiter unterstützen. "Wir hoffen, Maria wieder auf dem Platz zu sehen", hieß es in einem Statement.

Nachdem die Russin Anfang März ihren positiven Dopingtest öffentlich gemacht hatte, hat Nike den hoch dotierten Sponsoringvertrag noch auf Eis gelegt. "Die ITF hat befunden, dass Maria die Regeln nicht absichtlich gebrochen hat", begründete Nike die nun getroffene Entscheidung.

Auch der Schlägerhersteller Head bekannte sich am Donnerstag zu der 29-jährigen Ex-Weltranglistenersten. "Das war eine fehlerhafte Entscheidung", sagte Firmenchef Johan Eliasch. Der französische Mineralwasserhersteller Evian kündigte an, die "lang anhaltende Beziehung zum Champion fortzusetzen".

Meldonium ist seit Jahresbeginn auf der Dopingliste

Scharapowa wurde vom Internationalen Tennisverband (ITF) gesperrt, weil ihr im Jänner die Einnahme des Herzmittels Meldonium nachgewiesen worden war. Das Verfahren und die Strafe sind umstritten, da Meldonium erst seit Jahresbeginn verboten ist. Selbst die ITF räumte ein, dass Scharapowa die Regeln nicht bewusst verletzt habe.

"Es zeigt sich, dass die ITF ihre Entscheidung aufgrund eines fehlerhaften Vorgangs bei der Wada getroffen hat", kritisierte Eliasch die Welt-Anti-Doping-Agentur. Scharapowa will ihre Sperre beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) anfechten. Den Einspruch können ihre Anwälte in den nächsten Wochen einreichen. (rie, APA, sid, 9.6.2016)

  • Maria Scharapowa will ihre Dopingsperre anfechten.
    foto: afp/ adrian dennis

    Maria Scharapowa will ihre Dopingsperre anfechten.

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