Europäischer Erfinderpreis für frühere Diagnose von Krebs

9. Juni 2016, 16:48
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Zwei deutsche Physiker entwickelten ein Verfahren zur früheren Diagnose von Herz- und Tumorerkrankungen – dafür wurden sie nun ausgezeichnet

München/Lissabon – Der Europäische Erfinderpreis geht heuer an zwei Physiker aus Deutschland. Bernhard Gleich und Jürgen Weizenecker entwickelten ein Verfahren zur früheren Diagnose von Herz- und Tumorerkrankungen. Der Präsident des Europäischen Patentamts, Benoit Battistelli, lobte die Erfindung in Lissabon als "neues Kapitel in der medizinischen Bildgebung".

Das neue Verfahren liefere diagnostische Bilder aus dem Körperinneren in noch nie da gewesener Geschwindigkeit und Präzision, sagte Battistelli. Die heute weitverbreitete Magnetresonanztomographie (MRT) sei manchmal langsam und nicht für alles geeignet, erklärte Gleich. Mit der Magnetpartikelbildgebung (MPI) können Ärzte schleichend voranschreitende Gefäß- und Tumorerkrankungen sofort erkennen und früher therapieren.

Dabei werden dem Patienten magnetische Eisenoxyd-Teilchen injiziert, die dann ohne Strahlung dreidimensionale, millimetergenaue Echtzeitbilder von Arterien und Organen liefern, wie der Karlsruher Professor Weizenecker erklärte. Der erste präklinische MPI-Scanner ist am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) im Einsatz.

Lebenswerk aus 180 Patenten

Der deutsche Ingenieur Anton van Zanten erhält den Europäischen Erfinderpreis für sein Lebenswerk. "Mit über 180 erteilten Patenten auf seinen Namen, 36 davon in Verbindung mit Autosicherheit, hat der Ingenieur erfolgreich Fahrassistenzsysteme weiterentwickelt, die heute in vielen Neuwagen Pflicht sind", schrieb das Europäische Patentamt (EPA). Van Zanten leitete Anfang der Neunzigerjahre beim Zulieferer Bosch jenes Team, das das Elektronische Stabilitätssystem (ESP) für den Autohersteller Daimler entwickelte. (APA, dpa, 9.6.2016)

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