Scharapowa wurde zu hart bestraft

Kommentar9. Juni 2016, 17:09
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Zwei Jahre Sperre für russischen Tennisstar – eine Reduzierung wäre angemessen

Ja, Maria Scharapowa hat unlauter gehandelt, aber zwei Jahre Sperre? Die Strafe für den positiven Test auf das Herzmittel Meldonium ist hart. "Unverhältnismäßig hart", wie es die russische Tennisspielerin ausdrückte. Es ist die längste Dopingsperre für eine Tennisspielerin seit 2007. Damals wurde Martina Hingis wegen Kokainkonsums für zwei Jahre suspendiert. Eine Bevorzugung von Superstars kann man dem Internationalen Tennisverband (ITF) also nicht vorwerfen.

Meldonium ist seit Jahresbeginn auf der Dopingliste. Seither wurden rund 300 Sportler positiv auf das Mittel getestet. Wer vor 1. März und mit weniger als einem Mikrogramm der Substanz pro Milliliter erwischt wurde, wurde zum Teil begnadigt. Auch Wiederholungstäter. Scharapowa ist Ersttäterin, bei ihr ist der Wert offenbar höher ausgefallen. Aber sie hat gestanden. Das Mittel habe sie rund zehn Jahre lang – wegen Herzproblemen und Diabetes – eingenommen. Dass es seit Jänner verboten ist, habe sie übersehen. Die ITF nahm von der Maximalstrafe (vier Jahre) Abstand, führte "mildernde Umstände" an: Scharapowa habe nicht wissentlich, sondern fahrlässig gehandelt.

Die 29-Jährige will vor dem Sportgerichtshof (CAS) gegen die Sperre vorgehen. Sie hat gegen die Dopingregularien verstoßen. Eine Bestrafung ist korrekt. Aber es gab schon schwerere Vergehen, die weniger hart geahndet wurden. Eine Reduzierung der Sperre wäre angemessen. (Birgit Riezinger, 9.6.2016)

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