Traumstart für Lukas Nemecz in Atzenbrugg

9. Juni 2016, 15:14
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Steirer nach erstem Tag der Lyoness-Golf-Open Siebenter und damit einige Plätze vor Wiesberger

Atzenbrugg – Lukas Nemecz war die große Überraschung am ersten Tag der Lyoness-Golf-Open in Atzenbrugg. Dem Steirer (26) gelang am Donnerstag trotz Windes am Nachmittag eine 69er-Runde, mit drei unter Par ist Nemecz nach der ersten von vier Runden damit Siebenter und bester Österreicher. Mitfavorit Bernd Wiesberger scheint nach 70 Schlägen auf Platz 16 auf. In Führung liegt nach einer 64er-Runde der Spanier Adrian Otaegui.

Mangelhafte Präzision

Mit einer soliden Runde ist Wiesberger gestartet. Dem Burgenländer unterlief bei dem mit einer Million Euro dotierten Heimturnier nur ein gröberer Fehler. Nach seinem unerwarteten Halbzeit-Out im Vorjahr begann er bei nur leicht windigen Verhältnissen zwar etwas zittrig, fand dann aber rasch ins Spiel. Dass er auf den ersten neun Bahnen "nur" einen Schlaggewinn (Loch 15) verzeichnete, war der fehlenden Präzision bei den Schlägen sowie auch einer gewissen Portion Pech geschuldet. Mehrmals verfehlte sein Birdie-Putt das Loch nur ganz knapp.

"Ich habe mich auf den Grüns wohlgefühlt, die Geschwindigkeit aber etwas überschätzt", verwies der Österreicher darauf, dass man den Diamond Course angesichts der kommenden US Open grundsätzlich extra hart gemacht hatte. Im Flight mit dem englischen Titelverteidiger Chris Wood und dem dänischen Routinier Thomas Björn legte Wiesberger dann auf der zweiten Hälfte nochmals einen Zahn zu.

Vorbei

Gleich auf der Eins folgte der nächste Schlaggewinn des Österreichers. Ganz stark spielte er dann auch die Vier, wo er nach starkem Drive und sensationellem Eisenschlag den Eagle Putt aus eineinhalb Metern aber am Loch vorbei schob.

Mit seinem dritten Birdie auf einer der insgesamt vier Par-5-Bahnen wähnte sich der österreichische Longhitter klar auf dem Vormarsch. Dann aber brachte Björn kurz Unruhe in den TV-Flight. Der 45-jährige "Griesgram", mit dem es keine Interviews gibt, gab nach zwei Doppelbogeys in Folge mitten auf dem drittletzten Loch wegen offensichtlicher Rückenbeschwerden auf.

Prompt versenkte Wiesberger seinen nicht besonders schwierigen Annäherungsschlag im Wasser, der erste – und einzige – Schlagverlust war die logische Folge. Während sich Wiesberger schnell wieder im Griff hatte, erwischte es Wood ganz böse. Er notierte auf den zwei letzten Löchern jeweils Bogeys.

"Ein Desasterball"

"Ich glaube nicht, dass das eine große Rolle gespielt hat", wollte Wiesberger seinen Fehler nicht auf die fragwürdige Art der Aufgabe des 15-fachen Tour-Siegers und zweifachen Ryder-Cup-Gewinners Björn zurückführen. "Es war einfach ein ganz schlechter Golfschlag von mir", nahm sich der 30-jährige Österreicher selbst an der Nase. "Es war ein Desaster-Ball."

Ob Wood seine zwei späten Schlagverluste kompensieren kann, wird man sehen. Noch nie hat ein Spieler bei den österreichischen "Open" seinen Titel erfolgreich verteidigt, nicht einmal der dreifache Gewinner Markus Brier.

Dass ausgerechnet der heimische Topstar und der englische Titelverteidiger am Freitag nur noch zu zweit sind, ist aber zumindest kein Vorteil. "Das wird jetzt eine ziemliche Wartepartie", fürchtete Wiesberger.

Insgesamt lieferte Österreichs bester Golfer bei seinem zwölften Heim-Auftritt aber eine weit bessere Startrunde ab als jene im Vorjahr, die zum unerwartet frühen Aus geführt hatte. Der Cut darf diesmal kein Problem werden und damit der zweite Heimsieg nach 2012 weiterhin möglich sein.

"Nicht Fisch und nicht Fleisch"

"Die Runde war solide, aber nicht zwingend", sah der Oberwarter selbst noch Luft nach oben. "Es war nicht Fisch und nicht Fleisch. Die Par fünf waren gut, die mittleren und kurzen Eisen habe ich aber nicht nahe genug ans Loch gebracht. Das muss ich nachschärfen, da wartet eine Fleißaufgabe", beorderte sich der 30-Jährige selbst auf die Driving Range. Wiesberger und Wood starten am Freitag ab 13.10 Uhr (live ORF Sport +, Sky) ihre zweite Runde.

Ex-Österreich-Sieger Jeev Milkha Singh ist mittlerweile der neunte US-Open-Starter bei den Lyoness Open. Der Inder ist nach der Absage von Tiger Woods ins Starterfeld des nächstwöchigen Major-Turniers gerutscht. (APA, 9.6.2016)

Lyoness Open (Par 72) – Stand nach 1. Runde:

1. Adrian Otaegui (ESP) 64 Schläge – 2. Björn Akesson (SWE) 66 – 3. Gary Stal (FRA), Zander Lombard (RSA) je 67 – 5. Gregory Bourdy (FRA), Kristoffer Broberg (SWE) je 68 – 7. Lukas Nemecz (AUT), Joost Luiten (NED), Eduardo de la Riva (ESP), Scott Jamieson (ECO), Ashun Wu (CHN), David Horsey (ENG), Ricardo Gouveia (POR), David Bransdon (AUS), Jack Senior (ENG) alle je 69 – 16. u.a. Bernd Wiesberger (AUT) 70 – 28. Chris Wood (ENG/TV) 71 – 44. Sepp Straka (AUT) 72 – 87. Moritz Mayrhauser (AUT), Manuel Trappel (AUT), Daniel Schlauer (AUT/Am) alle je 75 – 128. Rene Gruber (AUT), Michael Ludwig (AUT/Am) je 78 – 137. Berni Reiter (AUT), Benjamin Weilguni (AUT), Clemens Gaster (AUT/Am), Maximilian Steinlechner (AUT/Am) alle je 79 – 148. Bernard Neumayer (AUT), Florian Prägant (AUT) je 81 – 150. Oliver Rath (AUT/Am) 83 – 151. Hans Peter Bacher (AUT) 84 – 152. Eugen Fürnweger (AUT) 85 – 155. Timon Baltl (AUT/Am) 90.

Aufgegeben: Thomas Björn (DEN)

  • Überraschend stark am ersten Tag: Lukas Nemecz.
    foto: apa/hans punz

    Überraschend stark am ersten Tag: Lukas Nemecz.

  • Chris Wood (ENG/li) studiert die Arbeit von Bernd Wiesberger.
    foto: apa/hans punz

    Chris Wood (ENG/li) studiert die Arbeit von Bernd Wiesberger.

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