55-jährige Frau aus dem Pinzgau ging Internet-Betrüger auf den Leim

9. Juni 2016, 13:19
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Schaden liegt bei mehr als 10.000 Euro – Spur führt nach Nigeria

Im Salzburger Pinzgau ist eine Frau von einem Internetschwindler und Erpresser um mehr als 10.000 Euro erleichtert worden. Die 55-Jährige hatte den Mann im vergangenen Oktober im Internet kennengelernt. Da gab sich der Unbekannte als britischer Arzt aus. Nach einigen gemeinsamen Chats bat er die Frau erstmals um Geld. Er befinde sich beruflich in Afrika und habe finanzielle Probleme.

Drohungen

Er versprach auch, das Geld nach seiner Rückkehr nach Europa sofort wieder zurückzugeben. Die Pinzgauerin überwies daraufhin über die Bargeldtransfer-Firma Western Union über 2.500 Euro. Nach einigen weiteren Chats bat der vermeintliche Arzt erneut um Geld. Die Frau weigerte sich aber, noch einmal etwas nachzuschießen. Der Mann müsse zuerst seine Schulden begleichen.

Daraufhin begann der Betrüger ihr zu drohen. Er wisse wo sie wohne und werde ihrer Familie Schlimmes antun, sollte die Frau kein Geld überweisen. Die 55-Jährige bekam es mit der Angst zu tun und transferierte abermals mehrere tausend Euro. Zu einem für Ende März angekündigten Treffen am Flughafen Salzburg, wo der Mann die Schulden zurückzahlen wollte, kam es nie. Die Frau wartete zwei Stunden vergeblich auf einen Flieger aus Nigeria.

Anzeige erstattet

Weil sie am Nachhauseweg das Gefühl hatte, dass ihr ein Fahrzeug gefolgt war, schloss sie sich nach ihrer Heimkehr in ihrer Wohnung ein und überwies in den nächsten Tagen und Wochen weiter Bargeld an einen Mann in Nigeria. Erst auf Drängen einer Freundin erstattete die Frau gestern, Mittwoch, Anzeige.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang bei Internetbekanntschaften immer zu Vorsicht auf. Es sei immer Skepsis geboten, wenn jemand auf Englisch angeschrieben werde. Niemals sollte Geld an Unbekannte überwiesen werden. Und so dramatisch die Geschichte der Internetbekanntschaft auch sein mag: "Lassen Sie auf keinen Fall Mitleid aufkommen." (APA, 9.6.2016)

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