Historiker will Todesursache Ludwigs II. von Bayern klären

9. Juni 2016, 12:23
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Bis heute ranken sich zahlreiche Mythen um den Tod des Königs von Bayern. Eine virtuelle Autopsie könnte klären, ob er erschossen wurde

München – 130 Jahre nach dem mysteriösen Tod von Ludwig II., König von Bayern, fordert der Berliner Historiker Peter Glowasz die endgültige Klärung der Todesursache des Monarchen. Nach Überzeugung des 79-Jährigen kann durch eine virtuelle Autopsie – eine Durchleuchtung des Leichnams – festgestellt werden, ob Ludwig erschossen wurde oder nicht.

Diese in der Schweiz entwickelte Technik könne bei geschlossenem Sarkophag eingesetzt werden, so Glowasz. "So können wir endlich zu einem Ergebnis kommen, ohne die Totenruhe zu stören."

Historiker will Volksbegehren

Sollte das Haus Wittelsbach der Überprüfung des Leichnams nicht zustimmen, will er ein Volksbegehren in Bayern initiieren. "König Ludwig ist eine öffentliche Person, die auf der ganzen Welt geliebt wird. Die Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie er zu Tode gekommen ist", so der Autor und Verleger, der seit mehr als 35 Jahren das Ziel verfolgt, den Ludwig II. zu rehabilitieren.

Der König von Bayern starb am 13. Juni 1886. Bis heute ranken sich zahlreiche Mythen um seinen Tod, etwa, dass er bei einem Fluchtversuch erschossen worden sei. Das ehemalige Herrscherhaus der Wittelsbacher weist jedoch seit Jahrzehnten alle Forderungen zurück, den Sarg öffnen zu lassen.

Nach offizieller Version ertrank er im Starnberger See – wenige Tage, nachdem er auf Betreiben der Regierung für "unheilbar seelengestört" erklärt und entmündigt wurde. Sein Onkel Luitpold übernahm als Prinzregent die Regierungsgeschäfte. (APA, red, 9. 6. 2016)

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