Gefälschte weibliche Profile: Razzia bei Dating-Portal Lovoo

9. Juni 2016, 10:01
103 Postings

Wegen Betrugsverdachts hat die Polizei am Mittwoch die Dresdner Geschäftsräume durchsucht

Wegen Betrugsverdachts hat die Polizei am Mittwoch die Dresdner Geschäftsräume des Dating-Portals Lovoo durchsucht. Das Unternehmen stehe im Verdacht, in großem Stil gefälschte weibliche Profile eingesetzt zu haben, um kontakt- und zahlungswillige männliche Kunden anzulocken.

Firmengründer festgenommen

Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Es lägen auch drei Haftbefehle vor. Gegen wen sie gerichtet sind und ob sie vollstreckt wurden, sagte er nicht. Laut "Bild"-Zeitung wurden die beiden Firmengründer festgenommen.

50 Millionen Nutzer

Lovoo hat nach eigenen Angaben mehr als 50 Millionen Nutzer weltweit und bezeichnet sich selbst als "das am schnellsten wachsende Netzwerk zum Kennenlernen neuer Menschen". Fast 200 Mitarbeiter seien in Dresden und Berlin beschäftigt. Die Apps des Unternehmens selbst sind kostenlos; Geld verdient das Unternehmen mit Einnahmen aus dem Verkauf von In App-Credits und VIP-Abos, die man etwa zum Aufdecken fremder Profile oder für Chat-Funktionen benötigt.

In die Kostenfalle gelockt

Die Betrugsvorwürfe, die das Unternehmen bestreitet, waren im September vergangenen Jahres bekanntgeworden. Die IT-Fachzeitschrift "c't" hatte berichtet, dass ihr zugespielte Daten auf eine groß angelegte Fälschung weiblicher Nutzerprofile bei Lovoo schließen lasse. Männer, die Kontakt gesucht hätten, seien so in die Kostenfalle gelockt worden. (red, APA, 9.6. 2016)

  • Artikelbild
    foto: apa
Share if you care.