Umfrage: Österreicher fürchten Medikamenten-Nebenwirkungen

9. Juni 2016, 13:01
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Mehr als 40 Prozent haben ein verschriebenes Medikament aus Angst vor Nebenwirkungen nicht eingenommen

Wien – Ein beträchtlicher Teil der Österreicher ist skeptisch beziehungsweise ängstlich in Bezug auf vom Arzt verordnete Arzneimittel. Mehr als 40 Prozent haben schon einmal ein verschriebenes Medikament aus Angst vor Nebenwirkungen nicht eingenommen. Ein Viertel hat mit der Einnahme eines Therapeutikums aufgrund kritischer Medienberichte aufgehört. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage des Gallup Instituts.

Die Umfrage mit 500 Probanden ab 18 Jahren, "repräsentativ für die Web-aktive Bevölkerung", wurde im Auftrag des Pharmakonzerns Bayer durchgeführt. Dabei erwiesen sich die Österreicher als Menschen mit großen Bedenken bezüglich der Nebenwirkungen von Arzneimitteln. So ist dieses Thema für 53 Prozent "sehr wichtig", für weitere 30 Prozent "wichtig". Die Bedeutung des Themas nimmt mit dem Alter zu. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass mit höherem Bildungsstand die potenziellen Nebenwirkungen von Medikamenten ebenso an Gewicht gewinnen.

Frauen und Ältere skeptischer

42 Prozent der Österreicher haben "ein ihnen verordnetes Arzneimittel schon einmal aus Angst vor Nebenwirkungen nicht eingenommen", heißt es in der Zusammenfassung der Studie. Bei den Männern sind es 35 Prozent, bei den Frauen 49 Prozent. Der entsprechende Anteil ist bei älteren Personen höher: So geben 49 Prozent der Befragten über 50 Jahre an, zumindest einmal ein verschriebenes Arzneimittel wegen möglicher Nebeneffekte "verweigert" zu haben. Insgesamt 24 Prozent nahmen ein Medikament aufgrund eines kritischen Medienberichts nicht mehr ein.

Ein möglicher Grund für die Skepsis oder Angst könnten den Studienautoren zufolge Kommunikationsdefizite sein: 43 Prozent der Befragungsteilnehmer gaben an, "mit der letzten Verordnung" ein Gespräch mit Arzt oder Apotheker über Nebenwirkungen geführt zu haben. "Bei der Hälfte der Befragten gab es in Zusammenhang mit der letzten Verschreibung von Arzneimitteln kein Gespräch mit Arzt oder Apotheker über etwaige Nebenwirkungen", heißt es in der Umfrage. Je weniger Bildung die Betroffenen haben, desto seltener kommen sie mit dem Arzt oder Apotheker über dieses Thema ins Gespräch.

Beipacktexte werden gelesen

Dafür lesen 84 Prozent der Österreicher vor der Einnahme eines Medikaments den Beipacktext. Bei Frauen und über 50-Jährigen sind es jeweils 88 Prozent. Was die zusätzlichen Infoquellen in Sachen Arzneimittelsicherheit betrifft, entscheiden sich von jenen 43 Prozent, die sich solche Informationen besorgen, 91 Prozent für das Internet, 18 Prozent für Auskünfte von Familienmitgliedern und 15 Prozent für Freunde. (APA, red, 9.6.2016)

  • 35 Prozent der Männern und 49 Prozent der Frauen haben aus Angst um die Gesundheit schon einmal auf ein verordnetes Medikament verzichtet, hat eine Gallup-Umfrage ergeben.

    35 Prozent der Männern und 49 Prozent der Frauen haben aus Angst um die Gesundheit schon einmal auf ein verordnetes Medikament verzichtet, hat eine Gallup-Umfrage ergeben.

  • Eine Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen des verschriebenen Arzneimittels erhielten 42 Prozent der Befragten bei ihrem letzten Arztbesuch. Im Gegensatz dazu lesen 84 Prozent den Beipackzettel.
    grafik: apa

    Eine Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen des verschriebenen Arzneimittels erhielten 42 Prozent der Befragten bei ihrem letzten Arztbesuch. Im Gegensatz dazu lesen 84 Prozent den Beipackzettel.

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