Unrechtmäßig verurteilt: Kanadier erhält Millionenentschädigung

9. Juni 2016, 08:11
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Der 68-Jährige saß 27 Jahre lang zu Unrecht im Gefängnis

Ottawa – Ein 69-Jähriger bekommt umgerechnet 5,5 Millionen Euro Entschädigung, weil er 27 Jahre unschuldig im Gefängnis saß. Der Prozess 1983 wegen Sexualvergehen habe sein Recht auf ein faires Verfahren klar verletzt, so der Richter in British Columbia am Mittwoch. Wären damals alle Beweise mit der gebotenen Sorgfalt ausgewertet worden, "dann wäre er wahrscheinlich schon 1983 freigesprochen worden".

Ivan Henry war erst 2010 nach jahrelangem Kampf für unschuldig erklärt und freigelassen worden. Ihm war vorgeworfen worden, 1981 und 1982 acht Frauen sexuell attackiert zu haben. Er selbst hatte dies immer bestritten. Verurteilt wurde er schließlich auf Grundlage der Aussage eines Augenzeugen.

Der Richter in British Columbia kritisierte nun, dass damals weder Fingerabdrücke noch andere mögliche Beweisstücke berücksichtigt worden seien. Zudem habe sich das Gericht damals nicht ausreichend der Frage gewidmet, ob ein anderer Täter für die Angriffe infrage käme. (APA, 8.6.2018)

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