Uber will keinen Autobauer kaufen

9. Juni 2016, 07:53
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Statt dessen setzt man auf Partnerschaften – Daimler will kooperieren

Der Chef des umstrittenen US-Fahrdienstanbieters Uber, Travis Kalanick, will sich keinen Autobauer einverleiben. "Die Produktion eines Autos ist keine kleine Sache. Wir wollen mit den Leuten zusammenarbeiten, die sie herstellen und uns mit den besten Anbietern weltweit verpartnern", sagte Kalanick am Mittwoch auf der Axel Springer Noah Konferenz in Berlin. Daimler -Chef Dieter Zetsche sprach sich grundsätzlich für eine Zusammenarbeit aus, schloss aber eine Beteiligung an Uber aus. Dies sei allein schon deswegen nicht sinnvoll, weil Daimler keine dominierende Position einnehmen würde. Dies sei beispielsweise beim Einstieg in den Limousinen-Vermittler Blacklane anders gewesen.

Vorgeschichte

Erst kürzlich hatte sich Toyota für einen unbekannten Betrag an Uber beteiligt und Daimler-Konkurrent Volkswagen investierte 300 Millionen Dollar in den kleineren Uber-Konkurrenten Gett. Autobauer weltweit stehen unter Druck von Technologie-Riesen wie Apple oder Google, die bei der digitalen Vernetzung von Fahrzeugen den Takt vorgeben. Uber – seit der jüngsten Finanzierungsrunde mit 62,5 Milliarden Dollar bewertet – ist zum Inbegriff dieser aufstrebenden Branche geworden.

Einem früheren Medienbericht zufolge will Uber langfristig bei dem Stuttgarter Autokonzern eine sechsstellige Zahl an S-Klasse-Karossen kaufen. Kalanick wie auch Zetsche wollten dies beide nicht bestätigen.

Auf die Schwierigkeiten von Uber in Deutschland und Europa angesprochen, kündigte Kalanick an, einen langen Atem zu haben: "Ich bin sehr geduldig mit Deutschland." Im vergangenen Jahr hatte das Landgericht Frankfurt entschieden, dass Uber keine Fahrten anbieten darf, bei denen der Lenker des Autos keine behördliche Genehmigung zur Beförderung von Personen hat. Uber wehrt sich an mehreren Fronten gegen das Gerichtsurteil. (Reuters, 9.6.2016)

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    foto: apa/afp/mark ralston
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