Crowdfunding ermöglicht Kulturprojekt für Flüchtlinge

8. Juni 2016, 19:18
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Geld für Instrumente mit der Kraft des Schwarms

Wien – Sie half am Wiener Hauptbahnhof, als sich die Flüchtlingskrise im Vorjahr zuspitzte. Und sie wollte über die erste Hilfe hinaus etwas Nachhaltiges aufbauen, um Menschen, die ihre Heimat verloren haben, den Neuanfang in Österreich zu erleichtern. Den Weg, den die Musikerin und Kulturmanagerin Eva Barwart-Reichelt dafür gemeinsam mit Branchenkollegen wählte, ist die Musik.

Ziel ist es, Musikern unabhängig von ethnischer Herkunft und Religion Instrumente zur Verfügung zu stellen. Die Finanzierung soll über Crowdfunding gelingen. Das Projekt United Heartbeat startet diese Woche auf der europäischen Plattform "Wemakeit". Geplant ist, innerhalb von 30 Tagen 10.000 Euro aufzustellen. Scheitert das Vorhaben, erhalten Unterstützer ihr Geld zurück. Klappt es, gibt es kleine, individuelle, unbezahlbare Anerkennungen.

Musik als gemeinsamer Nenner

Ob aus Syrien und Afghanistan, dem Iran, Irak oder aus Sierra Leone – die Zahl an Musikern, denen ihre Instrumente fehlen, ist hoch, erzählt Barwart-Reichelt, die Kontakte zu Vereinen und Institutionen knüpfte. Die syrische Brassband Mor Ephrem etwa erlebe aktuell starken Zulauf: Der Mangel an Blasinstrumenten, Trommeln und Co. verhindere, dass alle Mitglieder zugleich musizieren könnten. Die Instrumente würden zum Üben untereinander getauscht.

"Musik schafft soziale Kontakte und gemeinsame Nenner", ist Barwart-Reichelt überzeugt. Und sie werde quer durch die Kulturen gebraucht – sie biete also auch kleine Zuverdienstchancen für Menschen, denen der Zugang zu Jobs hierzulande ansonsten gesetzlich verwehrt ist. Geht das Projekt auf, soll es langfristig glücken, die unterstützten Künstler ins österreichische Kulturleben einzubinden. (Verena Kainrath, 9.6.2016)

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