Neustart für Heimatlose: Kulturschaffende sammeln für Musik

9. Juni 2016, 11:09
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Instrumente für Musiker, die ihre Heimat verloren haben: Kulturschaffende starten Crowdfunding-Projekt

Wien – Sie hat am Wiener Hauptbahnhof geholfen, als sich die Flüchtlingskrise im Vorjahr zuspitzte. Und sie wollte über die erste Hilfe hinaus etwas Nachhaltiges aufbauen, um Menschen, die ihre Heimat verloren haben, den Neuanfang in Österreich zu erleichtern. Den Weg, den die Musikerin und Kulturmanagerin Eva Barwart-Reichelt dafür gemeinsam mit zwei Branchenkollegen gewählt hat, ist die Musik.

Ziel ist es, Musikern unabhängig von ethnischer Herkunft und Religion Instrumente zur Verfügung zu stellen. Die Finanzierung soll über Crowdfunding gelingen. Das Projekt unter dem Namen United Heartbeat startet im Laufe diese Woche auf der europäischen Plattform "Wemakeit". Geplant ist es, innerhalb von 30 Tagen 10.000 Euro aufzustellen. Scheitert das Vorhaben, erhalten Unterstützer ihr Geld zurück. Klappt es, gibt es kleine, individuelle, in jedem Fall unbezahlbare Anerkennungen.

Reger Zulauf

Ob aus Syrien und Afghanistan, dem Iran, Irak oder aus Sierra Leone – die Zahl an Musikern, denen ihre Instrumente fehlen, ist hoch, erzählt Barwart-Reichelt, die viele Kontakte zu Vereinen und Institutionen knüpfte. Die syrische Brassband Mor Ephrem etwa erlebe aktuell starken Zulauf: Der Mangel an Blasinstrumenten, Trommeln und Co. verhindere aber, dass alle Mitglieder zugleich musizieren könnten. Die Instrumente würden zum Üben untereinander getauscht.

"Musik schafft soziale Kontakte und gemeinsame Nenner", ist Barwart-Reichelt überzeugt, "sie ist Teil der Identität, der Persönlichkeit." Und sie werde quer durch alle Kulturen gebraucht – sie biete also auch kleinere Zuverdienstchancen für Menschen, denen der Zugang zu Arbeitsplätzen hierzulande ansonsten gesetzlich verwehrt ist. Erfährt United Heartbeat Resonanz, soll es langfristig gelingen, die unterstützten Künstler ins österreichische Kulturleben einzubinden. (Verena Kainrath, 9.6.2016)

  • Die syrische Brassband Mor Ephrem erlebt starken Zulauf von  Jugendlichen. Instrumente fehlen, es wird beim Musizieren abgewechselt und getauscht.
    julia wesely

    Die syrische Brassband Mor Ephrem erlebt starken Zulauf von Jugendlichen. Instrumente fehlen, es wird beim Musizieren abgewechselt und getauscht.

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