AfD sackte nur kurzfristig in Wählergunst ab

8. Juni 2016, 16:21
44 Postings

Union und SPD unverändert – FDP und Linkspartei legen zu – CSU kann Rechtspopulisten in Bayern trotz Anti-Merkel-Politik nicht stoppen

Hamburg – Die rechtspopulistische "Alternative für Deutschland" ist nach den umstrittenen Aussagen ihres Vizechefs Alexander Gauland zum Fußball-Teamspieler Jerome Boateng nur kurzfristig in der Wählergunst abgesackt. Die AfD kam im Stern-RTL-Wahltrend zu Wochenbeginn auf sieben Prozent, stieg aber am Ende wieder auf elf Prozent. Im Wochendurchschnitt konnte die Partei so ihren Wert von zehn Prozent halten.

Die Union verharrt bei 34 Prozent, die SPD bei 21 Prozent. Die Grünen liegen weiterhin bei 13 Prozent. Die Linkspartei verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent. Die FDP legte ebenfalls um einen Punkt auf nun sieben Prozent zu.

Wie bereits andere Umfragen zeigten, stößt die Äußerung Gaulands über Boateng auf eine sehr große Ablehnung. Gefragt, ob sie etwas gegen einen Boateng als Nachbarn hätten, bejahte das in einer Forsa-Umfrage für den "Stern" nur eine kleine Minderheit von drei Prozent. Dagegen hätten 94 Prozent damit überhaupt keine Probleme, darunter auch 88 Prozent der AfD-Wähler. Gauland war von der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" mit den Worten zitiert worden, die Leute fänden den dunkelhäutigen Innenverteidiger "als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben". Die Äußerungen hatten für einen Sturm der Entrüstung gesorgt.

Die Umfrage zeigt auch, dass die Strategie der bayerischen CSU, die Rechtspopulisten mit einem harten Kurs in der Flüchtlingsfrage auf Distanz zu halten, nicht aufgeht. In Bayern kommt die CSU nur noch auf 40 Prozent (fast acht Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2013), während die AfD bei zehn Prozent liegt.

"Die Ergebnisse zeigen, dass Horst Seehofers wiederholte Attacken gegen Kanzlerin Angela Merkel also keinesfalls Wähler am rechten Rand der CSU binden", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem "Stern". Die CSU übt seit Monaten heftige Kritik an der Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin Merkel und hat sogar gedroht, bei der Bundestagswahl im kommenden Wahl ohne gemeinsames Programm mit Merkels CDU antreten zu wollen. (APA, 8.6.2016)

  • Der Abgeordnete Sven Petke (CDU,l) ging am Mittwoch in einem Fußball-Shirt mit der Aufschrift 'Boateng' im Landtag in Potsdam (Brandenburg) auf seinen Platz im Plenum. Rechts sitzt der Vorsitzender der AfD-Fraktion, Alexander Gauland.
    foto: apa/ralf hirschberger

    Der Abgeordnete Sven Petke (CDU,l) ging am Mittwoch in einem Fußball-Shirt mit der Aufschrift 'Boateng' im Landtag in Potsdam (Brandenburg) auf seinen Platz im Plenum. Rechts sitzt der Vorsitzender der AfD-Fraktion, Alexander Gauland.

Share if you care.