Ministerien: 16,5 Millionen Euro für Inserate, 60.000 Euro für Facebook

8. Juni 2016, 16:08
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Bundesregierung setzt kaum auf soziale Medien, heftige Kritik der Neos

Bundeskanzleramt und Ministerien gaben im vergangenen Jahr nicht einmal 60.000 Euro für gesponserte Beiträge auf Facebook aus. Dem stehen 16,4 Millionen für Inserate gegenüber. Das Bundeskanzleramt bewarb beispielsweise eine App, die über eine kaum vierstellige Anzahl an Downloads verfügt, mit 400.000 Euro, besaß aber bis vor kurzem keine Facebook-Präsenz.

Neos fragten Social Media-Nutzung ab

Neos-Abgeordnete Niko Alm denkt, dass dadurch die Möglichkeit zur effizienten, zielgruppengerechten Kommunikation verpasst wird. Die Neos haben in einer Reihe von parlamentarischen Anfragen die Social Media-Aktivitäten der Ministerien abgefragt. Alm kritisiert auch, dass die auf Facebook vertretenen Regierungsstellen in keinen Dialog mit den Bürgern treten. Nur das Finanzministerium reagiere "sporadisch auf Beschwerden". Er fordert, dass die Budgets für Inserate "radikal gekürzt" werden.

Frischer Wind

Mit dem Amtsantritt des neuen Bundeskanzlers Christian Kern ist jedoch frischer Wind in die Social Media-Aktivitäten der Regierung gekommen. Das Bundeskanzleramt ist jetzt auf Facebook und Instagram vertreten. Unklar bleibt, wie sich die Medienpolitik unter Kern verändern wird. Rechtspopulistische Parteien wie die FPÖ unter Heinz-Christian Strache haben das Potenzial von Social Media früh erkannt und sind um einiges schlagkräftiger, was die direkte Kommunikation mit Bürgern betrifft. (fsc, 9.6.2016)

  • Die neuen Mitglieder der Regierung, allen voran Kanzler Kern, dürften einen frischeren Kurs fahren, was Social Media betrifft
    foto: standard/hendrich

    Die neuen Mitglieder der Regierung, allen voran Kanzler Kern, dürften einen frischeren Kurs fahren, was Social Media betrifft

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