Identitären-Demo und drei Protestmärsche am Samstag in Wien

8. Juni 2016, 16:28
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Polizei erwartet 500 bis 1000 "Identitäre", stockt das Aufgebot wegen des Vorfalls an der Uni Klagenfurt aber nicht auf.

Wien – Aktivisten der Identitären werden am Samstag um 14 Uhr in Wien für "ein freies und starkes Europa der Zukunft" demonstrieren. Die Polizei rechnet mit 500 bis 1.000 Teilnehmern. Linke Gruppierungen riefen zum Widerstand gegen die "gewalttätige rechtsextreme Gruppe" auf.

Die rassistisch eingestellten Identitären, laut Eigenbezeichnung eine "patriotische europäische Jugendbewegung", werden ab 14 Uhr vom Märzpark aus über die Hütteldorfer Straße in Richtung Schloss Schönbrunn ziehen und dort ihre Abschlusskundgebung abhalten. Martin Sellner, ein Leiter der Gruppe, ging von "mindestens 500 Aktivisten" aus. Es werden auch Teilnehmer aus anderen Ländern Europas, wie etwa Bulgarien oder Serbien erwartet.

Drei Gegenmärsche

Als Gegenveranstaltung wurden bei der Polizei drei Märsche und elf Standkundgebungen unter anderen von der "Offensive gegen rechts" sowie dem "No Fascism"-Bündnis gemeldet. Ein Marsch startet um 11 Uhr an der U3-Station Johnstraße, Ecke Hütteldorfer Straße und geht dann – zeitversetzt – ebenfalls über die Hütteldorfer Straße zum Reithofferpark. Der zweite Demozug startet ebenfalls um 11 Uhr beim Vogelweidpark und geht dann via Zieglergasse zum Christian-Broda-Platz. Ein weiterer Protestmarsch startet laut einem Sprecher des "NoFascism-Bündnisses" um 13 Uhr in der Wasserwelt am Kardinal Rauscher-Platz in Wien-Rudolfsheim.

"Als Antifaschist*innen werden wir nicht zulassen, dass Rechtsextreme aus ganz Europa durch Wien marschieren", erklärte Max Oberreiter, Pressesprecher des Bündnisses "No Fascism".

Die Polizei sieht sich laut Sprecher Thomas Keiblinger für die Demos gerüstet. Die Anzahl der Beamten wird sich aber danach richten, inwieweit es zu Übergriffen oder Störaktionen kommt. Wegen des Vorfalls an der Uni Klagenfurt, wo Identitäre am Donnerstagnachmittag eine Vorlesung gestürmt hatten, werde das Aufgebot aber nicht aufgestockt, sagt Keiblinger: "Der Einsatz bleibt unverändert."

Da die Strecken der Gegendemonstrationen sehr kurz sind, befürchtet die Polizei, dass nach Ende der Veranstaltungen der Zug der "Identitären" gestört bzw. überhaupt am Weggehen gehindert wird. "In Social Media wird entsprechend dazu aufgerufen", sagt Keiblinger. Allerdings seien die Gespräche im Vorfeld mit den beteiligen Gruppen jedenfalls "sehr gut" verlaufen. (APA, 10.6.2016)

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