Uber erwägt Lieferdienst für Essen und Pakete

8. Juni 2016, 13:57
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Firmen-Chef Kalanick sieht Unternehmen als Gewinn für Deutschland

Der umstrittene US-Fahrdienstanbieter Uber erwägt, sein Angebot um einen Lieferservice für Waren auszuweiten. Das US-Unternehmen sei "ein Transportdienstleister, der sein Angebot immer weiter ausbaut", sagte Uber-Chef Travis Kalanick der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch.

Uber werde sich nicht nur auf Personentransporte beschränken und teste derzeit mit Uber Eat einen Essen-Lieferservice. Auch ein Uber-Paketdienst ist laut Kalanick denkbar.

Von Deutschland erwartet der Chef des Taxi-Konkurrenten mehr Offenheit für sein Geschäftsmodell: "Neue Entwicklungen lassen sich nicht dauerhaft per Gesetz verbieten." Wenn es nach Kalanick ginge, "könnte Uber in Deutschland wieder sofort starten". Uber habe in manchen Städten die verkehrsbedingten CO2-Emissionen um beinahe ein Drittel senken können und helfe den Leuten außerdem dabei, Geld zu sparen, sagte er der "Bild". Es sei daher zu begrüßen, dass die EU-Kommission die strengen Regeln für Firmen der sogenannten Share Economy überdenke.

Fahrten in verschiedenen Angebots- und Preisklassen

Uber vermittelt über das Internet Fahrten in verschiedenen Angebots- und Preisklassen. Das Unternehmen ist vor allem etablierten Taxiunternehmen in vielen Ländern ein Dorn im Auge. Der per Smartphone-App private Mitfahrten vermittelnde Dienst Uber Pop ist in Deutschland derzeit verboten, da die Fahrer keine Personenbeförderungslizenz haben. Auch wegen mangelnden Schutzes von Mitarbeitern und Kunden sowie wegen unklarer Anstellungsverhältnisse geriet Uber schon in die Kritik.

Das deutsche Taxi-Gewerbe indes will im Wettbewerb mit der neuen App-Konkurrenz eine neue Plattform wie Facebooks Kurzmitteilungsdienst Messenger für sich erschließen. Die Genossenschaft Taxi Deutschland stellte dafür am Mittwoch gemeinsam mit dem europaweiten Service Taxi.eu einen neuen Bestelldienst vor. Der "Taxi Messenger" soll in fast 100 Städten in Deutschland verfügbar sein. Hinterlegt seien weitere rund 2.500 Städte und Gemeinden.

Taxi Messenger

Mit dem Taxi Messenger solle die Bestellung einfacher gemacht werden, sagte Dieter Schlenker, Vorstandsvorsitzender von Taxi Deutschland. Wer den Facebook Messenger startet, muss dafür in der Suche nach Personen oder Gruppen "Taxi Messenger" eintippen und auswählen. Danach müsse der Standort als Nachricht gesendet werden. Der Nutzer erhalte daraufhin eine Antwort mit seiner georteten Adresse und kann die Bestellung verbindlich bestätigen.

Seit Anfang April lassen sich Taxis auch über den ebenfalls zu Facebook gehörenden Kurzmitteilungsdienstes WhatApp bestellen. Die Taxi-Zentralen wollen sich mit solchen Zusatzfunktionen besser gegen die App-Konkurrenz wie MyTaxi von Daimler oder die Taxi-Vermittlung von Uber wappnen. (APA, 8.6. 2016)

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