Tirol zahlt Prämie an Kleinbauern in Extremlagen

8. Juni 2016, 13:37
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400 bis 600 Euro jährlich – Land verweist auf Verluste für Klein- und Kleinstbetriebe bei Ausgleichszulage

Innsbruck – Das Land Tirol zahlt bäuerlichen Klein- und Kleinstbetrieben in "extremen Lagen" künftig jährlich eine Betriebssicherungsprämie in der Höhe von 400 bis 600 Euro. Mit dieser Maßnahme sollen Nachteile für 3.900 Bergbetriebe unter sechs Hektar in den "Erschwerniszonen 2, 3 und 4" ausgeglichen werden, teilte der zuständige LHStv. Josef Geisler (ÖVP) am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Jeder sechste Bauernhof im extremen Berggebiet habe in den vergangenen zehn Jahren die Stalltür geschlossen. "Diesem Trend wollen wir von Landesseite nach Kräften entgegenwirken. Gerade die Klein- und Kleinstbetriebe in extremen Lagen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft", begründete Geisler die neue Initiative des Landes.

Harter Arbeitsalltag

Zusätzlich zum 40-Stunden-Hauptberuf zwei Mal täglich in den Stall gehen und einen Gutteil des Urlaubs für Erntearbeiten verwenden – so sehe der Alltag auf Tirols Nebenerwerbsbetrieben im Berggebiet normalerweise aus. Abgesehen von den erschwerten Produktionsbedingungen seien auch die Kosten für die notwendigen Spezialmaschinen ungleich höher.

Diese natürlichen Nachteile würden im Rahmen des EU-Förderprogramms zur ländlichen Entwicklung über die sogenannte Ausgleichszulage abgegolten. Und obwohl Tirol in der Förderperiode 2014 bis 2020 als einziges Bundesland eine Erhöhung der Gesamtfördermittel zum Ausgleich natürlicher Bewirtschaftungserschwernisse erreichen habe können, mussten die Klein- und Kleinstbetriebe bei der Ausgleichszulage Verluste in Kauf nehmen, hieß es seitens des Landes.

Sehr wenig Fläche

Die österreichweite Kalkulation baue auf einer durchschnittlichen Betriebsgröße von mehr als 17 Hektar auf. In Tirol hätten aber 3.900 oder mehr als ein Drittel aller Bergbauernbetriebe, die Ausgleichszulage erhalten, weniger als sechs Hektar Fläche.

Diese Benachteiligung der Klein- und Kleinstbetriebe werde nunmehr über die Landesförderung kompensiert. Die Betriebssicherungsprämie wird dem Land zufolge rückwirkend mit dem Jahr 2015 bis 2020 gemeinsam mit der Ausgleichszulage ausgezahlt. (APA, 8.6.2016)

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