Sambia will 2.000 Flusspferde aus seuchenhygienischen Gründen abschießen lassen

8. Juni 2016, 11:36
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Behörden wollen Ausbreitung des Milzbrand-Erregers stoppen – Tierschützer sprechen von "abscheulicher Maßnahme"

Lusaka – Eine Tierschutzorganisation hat Sambias Freigabe von 2.000 Flusspferden zur Tötung harsch kritisiert. Die Jagd auf die Tiere hat nach Angaben der Born Free Foundation bereits vor einigen Tagen begonnen. Sambia will demnach mit der Tötung von jeweils 400 Tieren in den nächsten fünf Jahren der Verbreitung des Milzbrand-Erregers im Luangwa-Flusstal vorbeugen.

Der Milzbrand-Erreger kann durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend durchgekochtem Fleisch auf Menschen übertragen werden. Es war in der Vergangenheit immer wieder zu Ausbrüchen der Krankheit unter den Tieren gekommen. Im Luangwa-Flusstal starben nach Regierungsangaben 1987 tausende Flusspferde an der Krankheit.

Kommerzielle Nebenaspekte

Es gäbe jedoch "viele offene Fragen zu dieser abscheulichen Maßnahme", sagte der Vorsitzende der Born Free Foundation, Will Travers. Er stellte das Töten der Tiere als effektive Methode zur Kontrolle der Milzbrand-Sporen infrage und kritisierte die Profiteure. Das südafrikanische Reiseunternehmen De Marillac Safaris bewerbe die "Hippo-Jagd" bereits bei Kunden. Das Unternehmen war zunächst für keine Stellungnahme erreichbar.

Flusspferde gehörten lange Zeit zu den wenigen Arten von Megafauna, um die man sich keine Sorgen machen musste. Vor allem Einschränkungen ihres Lebensraums haben die Bestände jedoch zurückgehen lassen. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) beziffert die Gesamtzahl an Flusspferden in ganz Afrika auf 125.000 bis 150.000, weshalb die Spezies mittlerweile als gefährdet eingestuft wird. In Sambia, das eine der größten Flusspferd-Populationen hat, wird der Bestand auf rund 40.000 Tiere geschätzt. (APA, red, 7. 4. 6. 2016)


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