Deutschland rechnet damit, dass Syrer 500.000 Verwandte nachholen

8. Juni 2016, 06:41
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Im Durchschnitt kommt auf jeden anerkannten syrischen Flüchtling in Deutschland ein Angehöriger

Berlin – Laut einer Prognose des deutschen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) muss Deutschland aufgrund des Familiennachzugs mit hunderttausenden weiteren Flüchtlingen rechnen. Sie würden vor allem als Ehegatten, Kinder oder Eltern unbegleiteter Minderjähriger aus Syrien kommen, heißt es in einem Bamf-Dokument, das der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Diese Entwicklung werde sich zwar über viele Monate hinziehen. Wenn man aber Faktoren wie Alter, Kinderzahl und bereits mitgereiste Angehörige berücksichtige, sei damit zu rechnen, dass im Durchschnitt für jeden anerkannten syrischen Flüchtling ein Angehöriger dazukommen werde.

Laut Ankunftsstatistik des Bamf kamen 2015 etwa 428.000 Syrer nach Deutschland; in den ersten fünf Monaten dieses Jahres waren es knapp 72.000. Entsprechend müsse mit bis zu 500.000 Flüchtlingen zusätzlich gerechnet werden, berichtete die "SZ" am Mittwoch.

Die Bamf-Experten widersprechen demnach zugleich jenen Prognosen, die in den vergangenen Monaten eine Verdreifachung oder Vervierfachung der Flüchtlingszahl durch den Familiennachzug vorausgesagt hatten. Gleichzeitig betonen sie, dass auf die Sozialkassen zusätzliche Aufgaben zukämen. Allerdings verweisen sie darauf, dass durch "eine erhebliche zeitliche Verzögerung beim Familiennachzug" die Wirkung nur schrittweise eintreten werde. (APA, Reuters, 8.6.2016)

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