Clinton erklärt sich zur Siegerin der Vorwahlen

8. Juni 2016, 11:27
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Demokratin: "Wir haben heute Nacht Geschichte geschrieben" – Erstmals wird eine Frau ins Rennen um die US-Präsidentschaft gehen

Washington – Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat sich zur Siegerin der Vorwahlen ihrer Partei erklärt. "Wir haben heute Nacht Geschichte geschrieben", schrieb sie auf Twitter nach der Veröffentlichung erster Ergebnisse der letzten großen Abstimmungsrunde am Dienstag. Demnach gewann sie in Kalifornien, New Jersey, New Mexico und South Dakota, während ihr letzter verbliebene Rivale Bernie Sanders North Dakota und Montana für sich entschied.

Formell wird Clinton erst auf dem Parteitag der Demokraten im Juli zur Kandidatin gekürt. Damit würde erstmals in der Geschichte der USA eine große Partei eine Frau in das Rennen um die Präsidentschaft schicken.

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Clinton spricht zu ihren Unterstützern.

Präsident Barack Obama gratulierte Clinton laut Nachrichtenagentur Reuters per Telefonanruf zur Nominierung. "Ihre historische Kampagne inspirierte Millionen und ist ein weiterer Beitrag zu ihrem lebenslangen Kampf für Mittelklassefamilien und Kinder", ließ der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, wissen. Laut Earnest dankte Obama auch Bernie Sanders, "mit seiner Thematisierung des Kampfes gegen ökonomische Ungleichheit Millionen Amerikaner angetrieben zu haben".

Clinton hatte sich Medienberechnungen zufolge dank der Unterstützung von Superdelegierten – hochrangige Vertreter ihrer Partei, die nicht an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden sind – bereits am Montag die notwendige Mehrheit gesichert. Die Ergebnisse insbesondere aus den großen Bundesstaaten Kalifornien und New Jersey könnten ihr einen überwältigenden Vorsprung auch bei den konventionellen Delegierten bescheren.

Sanders will weitermachen

Ungeachtet dessen kündigte Sanders an, bis zum Nominierungsparteitag der Demokraten im Rennen bleiben zu wollen. "Wir kämpfen hart, um die Vorwahlen in Washington D.C. zu gewinnen", sagte er mit Blick auf die Abstimmung in der Hauptstadt am kommenden Dienstag in einer Rede im kalifornischen Santa Monica. "Und wir werden unseren Kampf für soziale, wirtschaftliche, ethnische und ökologische Gerechtigkeit bis Philadelphia fortsetzen."

Trumps rassistische Bemerkungen

Bei den Republikanern fanden mit der Ausnahme von North Dakota Vorwahlen in denselben Bundesstaaten statt wie bei den Demokraten. Trump hat allerdings keinen Gegenkandidaten mehr und die Nominierung seiner Partei bereits seit Wochen sicher.

Der Milliardär Trump musste sich am Dienstag gegen Kritik aus der eigenen Partei verteidigen, nachdem er einem hispanischen Richter Voreingenommenheit vorgeworfen hatte. Der ranghöchste Republikaner im Kongress, Paul Ryan, sprach von einem "Lehrbuchbeispiel für eine rassistische Bemerkung". Der Präsident des Repräsentantenhauses hielt jedoch an seiner Unterstützung für Trump fest. Dieser ging selbst in einer Rede in der Nacht nicht direkt auf den Fall ein. Er kündigte für Montag eine Grundsatzrede an, in der er den Amerikanern darlegen werde, warum Clinton nicht Präsidentin werden solle.

Die letzte Vorwahl bei den Demokraten findet am Dienstag kommender Woche im Regierungsbezirk um die Hauptstadt Washington statt. Der Ausgang ist für die Nominierung faktisch ohne Bedeutung. Die eigentliche Präsidentenwahl wird am 8. November abgehalten. Präsident Barack Obama, ein Demokrat, darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. (APA, Reuters, 8.6.2016)

  • Hillary Clinton in der Nacht in Brooklyn, New York.
    foto: apa/afp/getty images/drew angere

    Hillary Clinton in der Nacht in Brooklyn, New York.

  • Bernie Sanders am Dienstagabend bei einem Auftritt in Santa Monica.
    foto: reuters/mario anzuoni

    Bernie Sanders am Dienstagabend bei einem Auftritt in Santa Monica.

  • Die Forderung auf dem Schild wird wohl nicht in Erfüllung gehen. Bernie Sanders gewinnt die Vorwahlen der Demokraten nicht.
    foto: reuters/mario anzuoni

    Die Forderung auf dem Schild wird wohl nicht in Erfüllung gehen. Bernie Sanders gewinnt die Vorwahlen der Demokraten nicht.

  • Hillary Clinton gewinnt auch die Vorwahl im umkämpften Bundesstaat Californien.
    foto: apa/afp/timothy a. clary

    Hillary Clinton gewinnt auch die Vorwahl im umkämpften Bundesstaat Californien.

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