Hinweise auf Plutonium-Gewinnung in Nordkorea

8. Juni 2016, 15:43
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Atomwaffentaugliches Material wird angeblich durch Wiederaufbereitung aus dem Kernkraftwerk in Yongbyon gewonnen – IAEA sprach zuvor bereits von "Hinweisen auf Aktivitäten"

Washington/Wien – Die USA haben nach Angaben aus Kreisen des US-Außenministeriums Hinweise auf ein Wiederanfahren der Plutonium-Produktion in Nordkorea. Das atomwaffentaugliche Material werde durch Wiederaufbereitung aus dem Kernkraftwerk in Yongbyon gewonnen, sagte ein Insider am Dienstag. Auf diese Weise sei bereits das Material für die früheren Atomtests des Landes gewonnen worden.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Montag erklärt, es gebe Hinweise auf eine Wiederaufnahme der Plutonium-Produktion in Yongbyon. Seine Behörde habe "Hinweise auf Aktivitäten" an dem Fünf-Megawatt-Reaktor in Yongbyon erhalten; die Anlagen zur Plutonium-Anreicherung zum Bau von Atomwaffen seien offenbar ausgeweitet worden, erklärte IAEA-Chef Yukiya Amano am Montag beim IAEA-Gouverneursrat in Wien.

Amano berief sich auf Satellitenbilder. Im Februar hatte US-Geheimdienstkoordinator James Clapper bereits die mutmaßliche Wiederinbetriebnahme des Reaktors Yongbyon angeprangert. Der kommunistische Staat versuche, dort Plutonium für eine Atomrakete zu gewinnen, mit denen die USA bedroht werden könnten, warnte Clapper.

"Sind uns nicht sicher"

"Wir haben keine Inspektoren vor Ort sondern können nur Satellitenbilder auswerten", sagte der IAEA-Chef vor Journalisten am IAEA-Sitz in Wien. "Wir sind uns nicht sicher, aber wir haben Hinweise auf bestimmte Aktivitäten": Bewegung von Fahrzeugen, Dampf, das Ablassen warmen Wassers sowie der Transport von Material.

Das nordkoreanische Atomwaffenprogramm sorgt seit vielen Jahren international für Besorgnis. Nachdem der isolierte Staat im Jänner seinen vierten Atomwaffentest vorgenommen hatte, verhängte der UN-Sicherheitsrat seine bisher schärfsten Sanktionen gegen Pjöngjang. Weder der wirtschaftliche noch der politische Druck haben den jungen Machthaber Kim Jong-un bisher zum Einlenken bewogen.

Pjöngjang hatte den Reaktor Yongbyon vor neun Jahren vom Netz genommen, und im Gegenzug für die Abrüstungsschritte humanitäre Hilfe erhalten. Vor drei Jahren wurde in der Anlage aber mit Renovierungsarbeiten begonnen. (APA, 7./8.6.2016)

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