Mobile Wohneinheiten gegen Raummangel in Wien

7. Juni 2016, 19:31
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Da Bauprojekte erst 2018/19 mehr Wohnraum bringen, gibt es temporäre Lösungen

Wien – Da es aufgrund des massiven Zuzugs eine sofortige Aufstockung des Wohnraums in Wien braucht, entsprechende Maßnahmen aber erst 2018/19 greifen, rief die Stadt Wien ein "Sofortprogramm" ins Leben, das Wohnbaustadtrat Michael Ludwig am Dienstag gemeinsam mit Bürgermeister Michael Häupl (beide SPÖ) präzisierte.

Mobile Wohneinheiten sollen den Mangel temporär beheben: Die ersten zwei Projekte dieser Art mit insgesamt 330 Wohneinheiten entstehen (ab Spätherbst) in Floridsdorf – im Bereich Siemensstraße, Heinrich-von-Buol-Gasse und Josef-Brazdovic-Straße – und in der Podhagskygasse in der Donaustadt. Sie sollen im vierten Quartal 2017 fertig sein. "Wir schaffen damit flexiblen und besonders kostengünstigen Wohnraum." Das sei etwa für junge Wiener, "die ihren Lebensmittelpunkt noch nicht festlegen wollen", eine "attraktive Option".

1.000 Wohneinheiten

In Summe sollen so – vorerst einmalig – 1.000 Wohneinheiten in System- und Leichtbauweise entstehen. Die mobilen Einheiten seien besonders schnell zu errichten sowie zerleg- und anderorts wieder aufbaubar. Zudem kämen "qualitativ hochwertige Bausysteme" – etwa Holz und Leichtbeton – zum Einsatz. Im Schnitt sollen die Wohnungen je 50 Quadratmeter groß sein. Die Stadt stellt dafür 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Entstehen werden die Bauten auf Arealen, die nur temporär für einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren genutzt werden können. Konkret handelt es sich um Betriebsbaugebiet, Areale mit Bausperre oder Bereiche im Umfeld von U-Bahn- oder Bahntrassen.

Wohnungen "nicht für Flüchtlinge"

Voraussetzung für den Bezug einer geförderten Wohnung des "Sofortprogramms" ist das Wiener Wohnticket. Die Konditionen für die Bewohner: Es gibt keinen Eigenmittelbeitrag, die Miete ist auf 7,50 Euro brutto pro Quadratmeter Nutzfläche begrenzt. Zwei Drittel der Apartments werden über die Wohnberatung Wien vergeben, der Rest vom Fonds Soziales Wien an Einrichtungen wie die Caritas. Diese Förderschiene sei laut Ludwig "nicht für Flüchtlinge" gedacht, sondern "eher für Alleinerzieherinnen oder jene, die in einer schwierigen Lage eine Unterkunft brauchen". (red, 7.6.2016)

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