Kickbacks: US-Bericht erhebt schwere Vorwürfe gegen Mediaagenturen

7. Juni 2016, 18:09
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Heimliche Rabatte von Medienhäusern an die Agenturen sollen Usus sein

Der amerikanische Werbekundenverband Association of National Advertisers (ANA) erhebt in einem Report schwere Vorwürfe gegen Mediaagenturen. Konkret geht es um verdeckte Rabatte und mangelnde Transparenz im Geschäft zwischen Medienhäuser und Agenturen. Die Profiteure sind Mediaagenturen, da sie von Vermarktern Rabatte und Kickbacks bekommen, ohne dass ihre Kunden davon wissen, heißt es in der Studie, die von den Beratungsfirmen K2 und Firm Decisions erstellt und am Dienstag veröffentlicht wurde.

Laut dem deutschen Branchenmedium W&V, das aus der Studie zitiert, stehen auch in den USA Kickbacks als Gegenleistung für geschaltetes Werbevolumen an der Tagesordnung. Um diese zu verschleiern, fließt kein Geld, sondern es werden einfach Naturalrabatte in Form von Gratisspots gewährt. Die Kunden haben von den Praktiken keine Ahnung, heißt es.

Druck auf Agenturen soll auch von den Holdings ausgeübt werden. Auf Mediaeinkäufer werde manchmal Druck ausgeübt, genau bei den Medien zu schalten, von denen die höchsten Kickbacks zu erwarten seien, zitiert W&V aus dem Bericht: "Tritt die Agentur selbst als 'Trader' (Einkäufer im eigenen Namen) auf, dann bewegen sich die Gewinnzuschläge für sie irgendwo in der Größenordnung zwischen 30 und 90 Prozent", heißt es weiter. (red, 7.6.2016)

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