Wie ein Moos der Trockenheit der Wüste trotzt

6. Juni 2016, 18:58
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Die Laubmoosart Syntrichia caninervis nutzt einen besonderen Trick zur Wassergewinnung

Logan/Wien – Wüstenpflanzen wie Kakteen haben spezialisierte Mechanismen entwickelt, um das wenige verfügbare Wasser in diesen Trockenregionen nutzbar zu machen. Eine ganz spezielle Form der Wassergewinnung haben US-Forscher um Tadd Truscott (Utah State University in Logan) nun an einer in nördlichen Wüstenregionen weit verbreiteten Laubmoosart entdeckt.

Im Gegensatz zu Kakteen nützt Syntrichia caninervis, so der wissenschaftliche Name des Gewächses, seine Wurzeln nur zur Verankerung. Stattdessen holt es sich das Wasser zum Überleben direkt aus der Luft – und zwar mittels winziger Härchen an seinen Blättern. Diese sogenannten Grannen sind bis zu zwei Millimeter lang, aber nur 50 Mikrometer breit.

Mit diesen speziellen Härchen und ihrer raffinierten Oberflächenstruktur kann das Moos Wasser auch aus Nebel "einfangen" und an das Blatt weiterleiten, wo die winzigen Tröpfchen dann absorbiert werden. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature Plants" hoffen, könnte dieser Trick Vorbild für nanotechnologische Lösungen zur Wassergewinnung in Wüstenregionen werden. (tasch, 7.6.2016)

  • npg press

    Mit speziellen Härchen holt sich dieses Moos Wasser aus der Luft.

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