Woher die Farbenvielfalt der Garten-Petunien kommt

11. Juni 2016, 11:29
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Forscher entschlüsselten das Erbgut der Vorfahren der beliebten Balkonpflanze

Bern – Die Garten-Petunie ziert so manchen Balkon und ist wegen ihrer Blüten in den verschiedensten Farbschattierungen beliebt. Wissenschafter haben nun das Erbgut ihrer wilden Vorfahren entziffert und möglicherweise die Ursache für die Vielfalt der Blütenfarben entdeckt.

Die Garten-Petunie stammt von zwei wilden Petunienarten ab, die in gemäßigten und subtropischen Regionen in Südamerika vorkommen. Wissenschafter haben das Erbgut von Petunia axillaris und Petunia inflata entschlüsselt und kürzlich im Fachjournal "Nature Plants" beschrieben.

Das internationale Team aus 56 Forschern, das von Cris Kuhlemeier von der Universität Bern koordiniert wurde, ist dabei offenbar auf den Grund für die Farbvielfalt der Pflanzen gestoßen: Die Gene, die für die Farbgebung zuständig sind, liegen an Stellen im Erbgut, die sehr dynamisch sind. Das heißt, dort finden überdurchschnittlich häufig Verdopplungen, Löschungen und sonstige Neuordnungen der DNA statt.

Anpassung an Bestäuber

Wie die Uni Bern mitteilte, forscht Kuhlemeier an dem Wechselspiel der Petunien und ihren Bestäubern. Je nach Erscheinung, Duft oder Farbe locken die Blüten Bienen, Nachtfalter oder Kolibris an. Im Laufe ihrer Evolution haben sich die Petunien gezielt und schnell an diese drei verschiedenen Bestäubertypen angepasst.

Der Bestand von Bestäubern könne beispielsweise durch den Klimawandel beeinträchtigt werden, so Kuhlemeier in der Mitteilung. "Deswegen ist es für die Pflanzen wichtig, sich an die Vorlieben von bestimmten Bestäubern anpassen zu können, indem sie ihre Farbe, Morphologie oder den Duft verändern." (APA, red, 11.6.2016)

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