Die möglichen Nachfolger Joachim Gaucks

Ansichtssache6. Juni 2016, 15:13
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Am 12. Februar 2017 wird der nächste deutsche Bundespräsident gewählt. Mit Joachim Gaucks Verzicht auf eine zweite Amtszeit ist der Wahlkampf eröffnet. Anders als in Österreich wird der Bundespräsident in Deutschland nicht vom Volk gewählt, sondern von der sogenannten Bundesversammlung, wo die Abgeordneten des Bundestags sowie Wahlmänner und -frauen der Länder vertreten sind. Das macht die Bundespräsidentenwahl zu einer politischen Strategieabstimmung, weil Koalitionen gebildet werden müssen. Ein kleiner und gewiss unvollständiger Überblick möglicher Nachfolger.

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Norbert Lammert (67): Seit 2005 ist der CDU-Mann aus der Ruhrstadt Bochum Parlamentspräsident. Ein Umzug ins Schloss Bellevue – die Residenz des Bundespräsidenten – wäre ein naheliegender Karriereschritt, er könnte auch mit der Unterstützung der CSU rechnen. Bei der SPD ist er allerdings unbeliebt.

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Wolfgang Schäuble (73): War schon 2004 im Rennen um das Präsidentenamt und hat mit mehr als 40 Jahren im Bundestag große politische Erfahrung. In der Bevölkerung genießt er Respekt. Große Teile der SPD könnten ihn ablehnen, außerdem ist er aktiver Minister.

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Ursula von der Leyen (57): Ihr Name fällt immer, wenn es um Spitzenämter geht. Auch als künftige Kanzlerin ist die CDU-Frau im Gespräch. Schon 2010 wurde die amtierende Verteidigungsministerin als mögliche Kandidatin für das Präsidentenamt gehandelt.

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Gerda Hasselfeldt (65): Die Chefin der CSU-Landesgruppe im Bundestag gilt über Parteigrenzen hinweg als kompetent und integer. Ihre Kandidatur wäre ein Versöhnungsangebot Merkels an die mit ihr derzeit über Kreuz liegende CSU.

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Volker Bouffier (64): Früher eher dem rechten CDU-Flügel zugeordnet, führt er seit 2014 relativ geräuschlos und erfolgreich die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen. Er wäre ein Signal für Schwarz-Grün auch im Bund.

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Frank-Walter Steinmeier (60): Beinahe so etwas wie der natürliche Kandidat für das höchste Amt im Staate. Beliebt bei den Bürgern, angesehen über Parteigrenzen hinweg, diplomatisch erfahren. Als amtierender Minister würde er von der CDU jedoch nicht mitgetragen werden, zudem ist bei der SPD ja auch noch die Frage der Kanzlerkandidatur 2017 offen.

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Martin Schulz (60): Der Präsident des Europaparlaments wird immer wieder genannt, wenn die SPD nach Kandidaten für Spitzenämter sucht. Doch abgesehen von der Schwierigkeit, eine Mehrheit zu finden: Kanzlerin Angela Merkel gilt nicht als Schulz-Fan.

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Annegret Kramp-Karrenbauer (53): Die CDU-Ministerpräsidentin aus dem Saarland genießt Ansehen auch bei der SPD und den Grünen. Sie ist weiter links und jünger als andere CDU-Kandidaten.

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Winfried Kretschmann (68): Der grüne Ministerpräsident aus Baden-Württemberg ist nicht nur dort populär. Sein landesväterlicher Habitus könnte auch für die Rolle des Bundespräsidenten passen. Wenn sich CDU/CSU und SPD nicht einigen könnten, wäre er ein Kompromiss.

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Andreas Voßkuhle (52): Der Präsident des Verfassungsgerichts war schon 2012 Merkels Favorit. Damals wollte er nicht – mit Hinweis darauf, dass er sein Amt erst vor zwei Jahren angetreten hat. Dorthin kam er mit SPD-Ticket. Ob er der CDU/CSU zu vermitteln wäre, ist offen. (APA, red, 6.6.2016)

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