"Street Fighter"-Profispieler wegen sexueller Belästigung gesperrt

6. Juni 2016, 13:40
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Veranstalter Capcom fällt Entscheidung – E-Sportler bestreitet die Anschuldigungen

Ein "Street Fighter"- und "Marvel vs. Capcom"-Profispieler namens Noel Brown wurde von der Teilnahme an zwei großen E-Sport-Turnieren der Capcom Pro Tour ausgeschlossen. Grund dafür ist ein Vorfall der sexuellen Belästigung, der sich auf der jüngst abgehaltenen Veranstaltung Combo Breaker zugetragen haben soll. Wie auf einem Video zu sehen ist, fasst Brown einer anderen Besucherin auf den Po, als die Menge den Saal verlässt.

"Wir haben eng mit den Combo Breaker-Organisatoren zusammengearbeitet, um alle Details zum Vorfall zusammenzutragen. Das Opfer, das nicht genannt werden möchte, bestätigte, dass die Aktion von Noel Brown unangebracht war und sie nicht im Einverständnis erfolgte", teilt Spielhersteller Capcom und Veranstalter der Capcom Pro Tour in einer Stellungnahme mit. "Wir verurteilen jeglichen Akt der Belästigung und wir wollen, dass alle unsere Spieler und Fans wissen, dass wir weiterhin sicherstellen werden, dass all unsere Capcom Pro Tour-Events eine sicheres und gastfreundliches Umfeld bieten, in dem der Fokus auf einem gesunden Wettbewerb und spannenden Rivalitäten liegt." Brown wurde sowohl für die Combo Breaker 2017 als auch die Evo 2016 gesperrt und sei auf Bewährung. Sollte er nochmals durch eine Belästigung auffällig werden, würde er auf Lebenszeit gesperrt.

foto: capcom
Das GIF (anklicken) zeigt den Vorfall, als die Menge den Saal verlässt.

Gegenstimme

Brown selbst bestreitet die Vorwürfe und erklärt über Twitter und Facebook, dass er und die nicht genannte Frau Freunde seien und lediglich herumgeblödelt hätten. In einem mittlerweile wieder gelöschten Facebook-Beitrag (Cache) zeigte der Spieler Screenshots von Textnachrichten zwischen den Beiden, denen zufolge sie ein freundschaftliches Verhältnis pflegen und sich die Frau sogar für das Statement gegenüber den Eventorganisatoren entschuldigt. Sie fühle sich schlecht und habe sich schlecht ausgedrückt.

Dass die Aufzeichnungen echt sind, lässt sich nicht zu 100 Prozent beweisen. Dass der Facebook-Beitrag wieder gelöscht wurde, habe damit zu tun, dass die Veröffentlichung nicht abgesprochen gewesen sei und sich die Frau bei Brown darüber beschwerte. "Wir haben herumgeblödelt und wie man sieht, lacht sie offensichtlich im Video, nachdem es passiert ist. Natürlich werden die Leute es aufbauschen und es als etwas darstellen, was es mit Sicherheit nicht ist", schreibt Brown. "Tatsächlich sind wir alle drei (sie, ihr Freund und ich) am gleichen Abend, nachdem wir die Bilder gesehen haben etwas Trinken und Pizzaessen gegangen. Niemand möchte die Wahrheit hören, da Kontroversen immer unterhaltsamer sind."

Vorgeschichte

Nicht zugute kommt Brown, dass es bereits der zweite Vorfall im Zuge eines Turniers war. 2013 hatte der Spieler einen anderen Turnierteilnehmer verprügelt, als er ihn zusammen mit seiner Freundin auf dem Hotelzimmer ertappte. Dabei schlug er auch seiner damaligen Freundin – eigenen Aussagen zufolge unabsichtlich – eine blutige Nase. Ob dieser Vorfall bei der Entscheidung Capcom zum Ausschluss eine Rolle spielte, ist nicht bekannt. (zw, 6.6.2016)

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    foto: street fighter 5
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