Jacob Appelbaum: Vorwürfe sind "komplett falsch"

6. Juni 2016, 12:06
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Journalist und tritt nach Druck durch das Tor-Projekt zurück

Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Nötigung sind "komplett falsch". Mit einer ausführlichen Stellungnahme auf Twitter meldet sich Jacob Appelbaum nun, zu am Wochenende öffentlich gemachten Vorwürfen, zu Wort. Darin schreibt er von "kalkulierten und zielgerichteten Attacke", mit der "boshafte und falsche Anschuldigungen" gegen ihn verbreitet werden sollten.

Vorwürfe im Netz

Appelbaum legte seine Funktion als Sprecher von Tor nieder, nachdem Beschuldigungen gegen ihn im Netz auftauchen. Auf einer Webseite haben sich ein halbes Dutzend Betroffene zu Wort gemeldet, die Appelbaum sexuellen Missbrauch vorwerfen. Der Journalist und Datenschutz-Aktivist betont, dass die Vorwürfe jeglicher Grundlagen entbehren. Er sei bereit, auch juristische Kanäle einzuschalten, um seine Reputation angesichts der Anschuldigungen zu verteidigen. Ergänzend betont er, dass er an seinen Idealen festhalten werde und weiterhin für Transparenz, Privatsphäre, Sicherheit und Anonymität eintreten.

Tor

Appelbaum gilt als einer der einflussreichsten Aktivisten, was netzpolitische Agenden betrifft. Er hat mit Wikileaks und Edward Snowden zusammengearbeitet und ist regelmäßig Gast auf netzpolitischen Konferenzen. Seit Jahren engagierte sich Appelbaum für das Tor-Projekt – kurz für "The Onion Routing" schützt Internetnutzer, indem es ihren Datenverkehr anonymisiert und so verhindert, dass er von Unbefugten mitgelesen und analysiert wird. Dazu werden die Datenströme verschlüsselt und auf zufälligen, wechselnden Routen über jeweils drei Server geleitet, von denen jeder nur seine unmittelbaren Vorgänger und Nachfolger kennt. (sum, 6.6. 2016)

  • Jacob Appelbaum
    foto: apa

    Jacob Appelbaum

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